Man sollte meinen, dass der Markt langsam gesättigt ist. Doch die vor einigen Jahren von The Devil's Blood ausgelöste 70er-Psychedelic-Rock-Welle hält nach wie vor an und wird beständig um neue Alben erweitert - so nun auch mit der zweiten Scheibe der Amerikaner Castle. Im Prinzip hat sich seit dem Debüt 'In Witch Order' nicht viel geändert: Die herausragende Gitarrenarbeit und die wandlungsfähige, markante Stimme der Sängerin Elizabeth Blackwell (man lausche nur dem grandiosen 'Dying Breed'!) sind immer noch die positivsten Merkmale der Band. Allerdings geben sich die Okkult-Rocker auch sonst keine Blöße - 'Blacklands' kommt ausgesprochen abwechslungsreich daher, glänzt mit herrlichen Melodien und weiß über die liberale Spielzeit von 35 Minuten durchgehend zu unterhalten. Dabei kommt genretypisch kitschige Texte, sowie eine ordentliche Portion Pathos nicht zu kurz und zur Auflockerung darf auch Gitarrist Mat Davis hin und wieder singen (beispielsweise beim treibenden 'Storm Below the Mountain' das mich mit seinem Rhythmus an Einherjer auf dem 'Blot'-Album erinnert). Zu kritisieren wäre allerdings, dass die Songs nicht allzu komplex sind, sondern vielmehr direkt erschließen und sofort ins Ohr gehen. Das Gefühl, selbst nach mehreren Durchläufen noch Neues zu entdecken, bleibt leider aus. Das Rad wird hier sicherlich nicht neu erfunden, aber das war vermutlich auch nicht der Anspruch der Band. Wer von The Devil's Blood, Uncle Acid & The Deadbeats und Year Of The Goat nicht genug bekommen kann, ist hier genau richtig. Alle anderen werden sicher auch von Castle nicht bekehrt.