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Marilyn Manson -  Born Villain     Artist:  Marilyn Manson
    Album:  Born Villain
    Label:  Vertigo
    Release:  27.04.2012
   Medium:  Album
    Genre:  Industrial ausdrucken 
    Autor:  Valentin empfehlen/teilen 
 

Es herrschte nicht aller, aber doch vielerlei Grund, zu befürchten, mit Marilyn Mansons musikalischer Laufbahn gehe es so langsam zu Ende, hatte der sich doch in den letzten Jahren mehr und mehr zum Wasserfarb-Fetischisten entwickelt und dann noch mit 'The High End Of Low' 2009 ein durchaus streitiges Album abgeliefert, das bei weitem nicht jedem munden wollte.

Drei Jahre später nun holt der mittlerweile gar nicht mehr so junge Meister des Tabubruchs zum nächsten Rundumschlag aus. Plötzlich erscheinen mysteriöse, verruchte Songfetzen im Netz und gelangen Videos in Umlauf, in denen Marilyn Manson - der geborene Bösewicht? - mit Kanülen Wangen durchstößt, Vulven pierct und alten Männern einen Kopfschuss verpasst. 'Was zur Hölle ist da geschehen', fragt man sich - in jeglicher Hinsicht -, und, wie schon seit zwei Jahrzehnten alle Jubeljahre wieder, ob der Kerl nun vollkommen wahnsinnig geworden ist. 'I had forgotten how much I love a challenge', gab ebendieser jüngst im Plusquamperfekt zu Protokoll, und erklärte weiter, er habe sich an einem Punkt befunden, an dem er sich nicht mehr im Klaren war, wie er damit umgehen konnte, er selbst zu sein. 'I wanted to be who I knew I could be', nahm er sich vor und ließ diesen Wunsch in 'Born Villain', sein Comeback, wie er es selbst gern nennt, einfließen.

Doch wäre es nur allzu einfach, könnte mit einem Blick ins neue Album geklärt werden, wer Marilyn Manson fortan zu sein beabsichtigt. Ein jeder der 14 neuen Songs ist bis ins letzte Detail hermetisch und auf obskure Weise uneindeutig, sodass man beinahe Angst hat, eine Auslegung zu wagen. Insbesondere, wenn es dann auch noch ins Makabre geht, wie beim Titeltrack, in dem Manson droht: 'You'll have to cut it down / and burn me into splinters / or I'll unwrap the string / that was me / around your finger / and I'll hang you in / your bedroom burial ground'. Zuvorderst erhaben, dabei allerdings nur die Spitze des Eisbergs ist 'The Gardener', ein Stück, dessen ausdauernd marschierende Bassline auch aus einem Live-Interlude eines Konzertes stammen könnte. Darübergelegt ein ganzer Schwarm von haiku-artig verschlüsselten Gartenmotiven, in deren texterischer Hochphase es schließlich heißt: 'You are no longer the flower / And the sun / And most importantly the garden / Or the gardener / A muse / your amusement / I am used'. Dies lässt erkennen, dass Marilyn Manson auch ein Jahrzehnt nach 'The Golden Age Of Grotesque' - erinnern wir uns nur an den Kehrvers von 's(AINT)' - keinesfalls sein bisweilen genialer (Wort-)Spieltrieb abhanden gekommen ist. Ähnlich geht es beim darauffolgenden 'The Flowers Of Evil' zu, bei dem die Strophen beinahe schon als schlichte Anmoderation des Refrains gewertet werden könnten. Damit wir uns nicht missverstehen sei angemerkt: Auch diese beiden Stücke haben es ziemlich in sich.

Wenn schon nicht der Inhalt - eines ist bei 'Born Villain' in jedem Fall klar: Es handelt sich unverkennbar um ein Manson-Album, und trotz mehr als zwanzig Jahren Bandgeschichte findet sich nirgendwo auch nur ein Hauch von musikalischer Provokationsmüdigkeit... oder gar von Überdruss. Und sollte es je ein als groovy zu bezeichnendes Album in der breiten Diskographie des Künstlers und seiner Band gegeben haben, so wird dieser Vermerk vermutlich 'Born Villain' zukommen als einem von eingängigen und vielfältigen Rhythmen geprägten Werk. Doch auch wer nach exzessiven, chaotischen Metal-Einlagen sucht, wird dieses Mal wieder fündig - Stichwort 'Murderers Are Getting Prettier Every Day'. Von Kuscheln kann also trotz Ansätzen von Mits(w)ing- und Tanzbarkeit keine Rede sein.

Wenn man sich bei Marilyn Manson über etwas Gleichgebliebenes freuen kann, dann ist das wohl in erster Linie die Gesangsqualität. Die ausgesprochen charakteristische, spröde Stimme erweist sich auch vorliegend wieder als atmosphärisch treffsicher und reißt zum Schaudern hin. In der bekannten Kombination von Flüstern und Ausrufen, gepaart mit hervorspringenden, zackigen Gitarrenakkorden - schön zu hören in 'Overneath The Path Of Misery' - weiß sie nach wie vor wie keine andere im Bereich des Industrial Metal (oder der Rockmusik schlechthin) zu überzeugen. Doch auch die scheinbar beliebigen, zügellosen Schreie haben es in sich und können, wie im Opener 'Hey, Cruel World.' - dessen Zeile 'I am among no one' schon aus den jüngsten Tagen der Album-Promotion bekannt sein dürfte - ohne Weiteres anknüpfen an die stürmischeren Songs vom Klassiker 'Holy Wood'.

Als besonders interessant hervorzuheben ist das eher langsame, synthesizerlastige Stück 'Breaking The Same Old Ground'. Dessen Melodie fädelt sich durch den anfänglichen Klang einer Spieluhr besonders wohlwollend ins Gehör des Rezipienten ein und serviert ihm für mansoneske Verhältnisse fast schon anmutige viereinhalb Minuten Musik, die gefühlvoll zwischen den Polen Laut und Leise springt. Ein in die Länge gezogenes, gedämpftes und vor allem brillant platziertes 'Shhhhh...' bringt eine gehörige Portion Gänsehautfaktor mit ein. Im Anschluss daran lässt dasselbe Stück 'Born Villain' pathetisch ächzend mit den Worten 'I am owned by death / and / I'm in love with oblivion' enden.

Wer nun Besitzer einer erweiterten (Download-)Ausgabe des Albums ist, der darf sich an dieser Stelle noch einmal freuen - an deren Ende steht nämlich mit 'You're So Vain' eine wirklich gelungene Cover-Version des von Carly Simon stammenden Hits aus dem Jahre 1972 - mit Manson-Kumpane Johnny Depp [sic!] an der Gitarre. Wie bei 'Tainted Love', 'Sweet Dreams' oder 'Personal Jesus' hat Marilyn Manson es auch hier vollbracht, sich eine fremde künstlerische Leistung zur Brust zu nehmen und daraus eine überzeugende Neuauflage mit seiner ganz eigenen Note zu formen.

Machen wir uns nichts vor: Mit 'Born Villain' legt Marilyn Manson eine stolze und würdige Erweiterung seiner Diskographie vor, die es mit jeder noch so hohen Erwartung aus dem Vorfeld seiner Veröffentlichung aufnehmen kann. Die Platte ist dicht, rau, kraftvoll - feinsinnig, intelligent, ästhetisch. Und gefährlich! Kurzum: Eine sanfte, aber sprungbereite Bestie.


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Faszinierend, WIE unterschiedlich Musik auf Hörer wirken kann. Ich finde dieses Album mit Abstand das schlechteste von Manson, langsam, eintönig, zum Einschlafen öde, ohne Melodien, alle Songs gleich. Außer No Reflection, dem coolen Carly Simon - Cover und mit Abstrichen Cain sind die Stücke nichtssagend bis zum geht-nicht-mehr. Textlich gesehen hast Du natürlich völlig recht. Aber es wäre ja auch schrecklich wenn alle Menschen dasselbe Musikverständnis hätten.

von The Wendigo (20.05 | 21:32)
 
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Marilyn Manson - Born Villain
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- Marilyn Manson - Tonight, I am fucking German!
- Marilyn Manson - Doitschlääänd mit Griff ans Gemächt

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- Guns, God and Government World Tour
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