OFF! präsentieren mit ihrem selbstbetitelten Debütwerk 16 brandneue Songs, die so gut wie nie über die Ein-Minuten-Marke hinausgehen, dabei aber Keith Morris ganz prächtig für allerlei Wutabbau dienen. Gegen die Gesellschaft, die Szene und die Musikpolizei sowieso. All jene, die sich jetzt fragen, wo die Relevanz dieses Werkes des wunderbaren Punkrockgenerationenkonflikts liegen soll sei verraten: Klar, Keith Morris hat das sowohl mit Black Flag unter dem riesenhaften Gutmensch-Schatten eines Henry Rollins, als auch mit den Cirkle Jerks eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aber auch OFF! verdienen mit ihrem feuergetränkten Hardcore die Anerkennung, dass sie auch mit den zweiten bis dritten Zähnen noch ebenso giftig spucken können wie damals. Und das gelingt ihnen brisant und aktuell ohne auf der Nostalgieflöte blasen zu müssen um die Jünger von damals um sich zu scharen. Und wo steht schließlich geschrieben, dass man 34 Jahre nach ausufernden Konzerten nicht als Debütant nochmal von vorn beginnen kann. In keiner Hardcore-Fibel dieser Welt. Hier muss man nicht ein geseufztes 'Hach, damals' denken, sondern die Faust ballen.