Trixter ist eine dieser vielen Hardrock-Bands, die einfach ein bisschen zu spät kamen. Als sie im Spätsommer 1989 ihr selbstbetiteltes Debütalbum aufnahmen, war die Welt noch in Ordnung für Musiker mit E-Gitarren, großen Frisuren und Texten wie 'Ride The Whip' und 'Give It To Me Good'. Der Erfolg ließ auch nicht allzu lang warten, nachdem MTV Trixter ins Programm aufgenommen hatte sie im Vorprogramm der Scorpions spielten. Wäre da bloß nicht der Grunge gekommen ... Das zweite Album 'Hear!' floppte also 1992, das überflüssige Covers-Album von 1994 vergessen wir lieber. Und so ist 'New Audio Machine' tatsächlich das erste Album mit neuen Trixter-Songs seit 20 Jahren. Und es beginnt sensationell stark! 'Drag Me Down' beginnt als lässige Blues-/Country-Nummer, bevor die harten Riffs aus dem nichts einschlagen. Seit 2007 sind Trixter wieder aktiv, aber mit diesem Song sind sie definitiv zurück auf der Bildfläche - was für ein Kracher! Kaum möglich, dass sich dieses Niveau durch das ganze Album zieht. Und doch zeigt sich, dass Trixter ihr Pulver nach nur zwei Studio-Outputs längst nicht verschossen, sondern nur aufgespart haben. Songs wie 'Dirty Love', 'Machine' und 'Ride' werden jeden skeptischen Hairmetal-Fan überzeugen. Dazu gibt es mit 'Live For The Day' eine herrliche Ballade, und zwar keine wuchtige Monsterballade mit Schmachtsolo, sondern eher einen leisen Song, dessen Message längst nicht nur die übliche Phrase ist. Und wann hat man schon mal eine Hardrock-Band solche Zeilen singen hören: 'Call your mother, just to say hello, hug your kids so much, that they will know.' Trixter gehörten zu den Bands (neben Winger und Warrant), die damals ein wenig belächelt wurden. Das lag aber wesentlich an ihrer Poserei. Musikalisch gibt es nämlich weder bei Winger und Warrant, noch bei Trixter etwas zu lachen. Erst recht nicht, wenn man stadiontauglichen, melodischen Hardrock zu schätzen weiß, den man früher auch mal von Bon Jovi bekommen hat. Welcome back, Trixter!