'Bloom' ist der Nachfolger von 'Teen Dream'. Und das gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist es die direkte inhaltliche Fortsetzung: Wer das fast drei Jahre vorher veröffentlichte 'Teen Dream' kennt, fühlt sich mit 'Bloom' sofort wohl. Vertraute, flächige Keyboards und die gehauchte, unverwechselbare Stimme Victoria Legrands, die sich zwischen sanften Melodien und springenden Tonfolgen verliert. Zum anderen ist es eben jedoch einfach nur genau das: Das Album, das nach 'Teen Dream' veröffentlicht wurde. Wirklich abgrenzen kann sich die vierte Beach House Platte von ihrem Vorgänger nicht. Im Gegenteil: Manchmal schleicht sich sogar das Gefühl ein, dass die Songs auf 'Bloom' die Lückenfüller zwischen den durchweg einzigartigen Tracks auf 'Teen Dream' hätten sein können. Das neue Album des Duos aus Baltimore hat nichts von der Leichtigkeit und lässigen Eleganz verloren, lässt jedoch das spielerische und die Varianz ein wenig vermissen. Beim ersten Hören war die Freude noch groß: Endlich mal wieder eine Band, die sich selbst treu bleibt und nicht unnötig und unter dem Druck noch massenkompatibler zu werden herum experimentiert. Beach House ist das, was es auch 2010 war, nämlich die Verkörperung des Dream Pop. Meister der Unverfänglichkeit, der Gedankenverlorenheit und der Losgelöstheit - und damit ein bisschen wie ein sehr sanfter Rausch. Bei mehrmaligem Abspielen wird dann jedoch plötzlich klar, dass das alles nichts Neues ist. Der Album-Opener 'Myth' klingt wie eine etwas langweiligere Version von 'Norway', Legrands Stimme bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück, weder in Songstruktur noch Gefühlslage gibt es Abstufungen oder unterschiedliche Tönungen, fast ist man geneigt zu sagen: Einheitsbrei. Eventuell ist 'Bloom' einfach nur aus 'Man könnte mal wieder was veröffentlichen'-Gedanken entstanden, möglicherweise ist man als Hörer zu sehr darauf getrimmt, mit jedem neuen Album eine große Weiterentwicklung und Neustrukturierung der Band zu erwarten, aber vielleicht ist die vierte Beach House Platte auch einfach nur ein Werk, das man nicht im Kontext, sondern ganz für sich selbst betrachten sollte. Denn dann ist es immer noch um Längen besser als vieles andere, dann ist da immer noch die enorme suggestive Kraft, mit der Beach House in jeden von ihnen gewollten Gefühlszustand zu versetzen vermag und dann sind da immer noch die außergewöhnlichen und androgynen Vocals, die einem Fabelwesen gleich wie eine Erscheinung durch die weite Klangwelt geistern und einen immer wieder aufs Neue gefangen nehmen.