Die 7-Inch 'The Fire. The Steal. The Tread' aus dem vergangenen Jahr hat nicht nur einen Vorgeschmack auf das nun endlich kommende neue Album von Hot Water Music gegeben. Sie hat vor allem eine achtjährige Trockenphase ohne neues Material beendet. Die Trennung 2006 hielt nicht lange an, aber außer der 2008 eingeschobenen Compilation 'Till The Wheels Fall Off' hat die Reunion noch keine Veröffentlichungen hervorgebracht. Ob man 'Exister' nun als neuen Aufbruch verstehen kann oder als einen weiteren gemächlichen Schritt, mit dem die vier Mannen ihre Band in regelmäßigen Abständen pflegen, bleibt wohl abzuwarten. Eine Europatour zum neuen Album steht freilich für Juni an. Dennoch sind die Herren inzwischen anderweitig stark beschäftigt - Chuck Ragan und Chris Wollard etwa mit ihren Soloprojekt und Basser Jason Black bei Senses Fail. 'Exister' aber ist ein untrügliches Zeichen des Überlebenswillens von Hot Water Music und zeigt, dass die Band ihre Linie nicht verliert. Womöglich liegt darin inzwischen die Stärke des Vierers: genau zu wissen, wo die Band ihren Platz hat - im musikalischen Umfeld, im Leben der einzelnen Mitglieder und für die Fans sowieso. Die werden mit 'Exister' mehr als zufrieden sein. Das Album knüpft an 'The New What Next' (2004) an, als sei (fast) nichts gewesen. Ragan übernimmt die eingängigen, sehr kraftvollen Tracks wie 'Drag My Body', während Wollard für den kantig-postigen Einschlag zuständig bleibt ('Drown In It'). Unverzichtbar für den typischen HWM-Sound bleibt die Rhythmussektion. Drummer George Rebelo und Basser Black glänzen einmal mehr mit ihrem so versierten wie individuellen Spiel. Mit 'Exister' liefert die Band ein klassisch gutes Hot Water Music-Album ab. Wie man hört, hatten die Vier eine Menge Spaß bei den Aufnahmen. Das ist zu hören und lässt hoffen, dass es sie zu weiteren neuen Songs in möglichst weniger als acht Jahren motiviert.