Bei Hardline kann man mittlerweile nicht mehr von einer Band sprechen. Ursprünglich war sie mit Neal Schon, Deen Castronovo (beide Journey) und den Gioeli-Brüdern prominent besetzt. Schons Nachfolger war Virtuose Josh Ramos (The Storm), der bis 2009 zum Line-Up gehörte. Jetzt ist Hardline aber nur noch Johnny Gioeli mit ein paar europäischen Musikern, die ihm das Label Frontiers zur Seite gestellt hat. Die neuen Songs wurden Johnny von Produzent Alessandro Del Veccio auf den Leib geschrieben. Del Veccio macht übrigens auch den Keyboarder. Umso erstaunlicher, dass das vierte Album mit dem uninspirierten Titel 'Danger Zone' fast exakt nach den ursprünglichen Hardline klingt. War der Vorgänger von 2009 ('Leaving The End Open') eher experimentell und unmelodisch geraten, bietet 'Danger Zone' jetzt wieder kraftvollen melodischen Hardrock nach alter Schule. Da gibt es mitreißende Songs wie 'What I'd Like' oder 'Stay', die auch aus der Feder eines Neal Schon stammen könnten - wahrhaft zum Niederknien. Und der Titelsong ist ein grooviger 'Stampfer' in der Tradition von 'Takin' Me Down'. Als Stammkunde des Frontiers-Labels merkt man allenfalls ein oder zwei Songs an, dass sie aus der italienischen Songwriter-Schmiede stammen ('Fever Dreams') und sich des AOR-/Melodic-Rock-Schemas F bedienen - was nicht heißt, dass sie nicht trotzdem klasse sind. Und dann sind da noch die teilweise sehr artifiziellen Synthie-Sounds, die man in Italien offenbar liebt. Davon abgesehen klingt auf 'Danger Zone' alles absolut amerikanisch, 'larger than life' und damit so, wie Hardline mit 'Double Eclipse' einst fantastisch gestartet sind. Kaum zu glauben, 'Danger Zone' ist das beste Album seit dem Debüt und liegt auch nur knapp dahinter.