So richtig schlau wird man aus Wig Wam nicht. Eigentlich versteht sich das norwegische Quartett doch als Spaßkapelle. Wie sonst wären die Namen des Line-Ups zu erklären? Gesang: Glam, Bass: Flash, Gitarre: Teeny, Schlagzeug: Sporty. Vielleicht hätten sie sich auch Spice Boys nennen sollen? Ihr Sound steht jedenfalls immer wieder im Gegensatz zu den Namen und zu den extravaganten Outfits. Auch auf 'Wall Street' spielen die Jungs schnörkellosen Hardrock mit offensichtlichen Refrains. Der Titel des Albums und der Inhalt des Titelsongs zeigen auch, dass Wig Wam die Wirtschaftskrise nicht kalt lässt. Oder aber (wahrscheinlicher), dass sie die Themen zu Songs verarbeiten, die ihnen gerade vor die Nase kommen. Wie ist dann allerdings 'OMG! (I Wish I Had A Gun)' zu erklären? Immerhin 'Try My Body On', eine wuchtige Hymne mit Def Leppard-Rhythmus, sorgt für ein Schmunzeln. Musikalisch ist jedenfalls auch 'Wall Street' wieder Hardrock für die weniger Anspruchsvollen. Denn das meiste hat man woanders schon mal besser gehört. Das knappe Songdutzend ist einfach zu uninspiriert. Ausnahmen bestätigen die Regel: 'Bleeding Daylight' rockt amtlich, 'Wrong Can Feel So Right' ist ein launiger Rock'n'Roller im 70er-Stil. Trotzdem: An die Börse sollten Wig Wam erst mal nicht gehen.