'Going to heaven with a fake moustache, going to try my luck in the clouds.' Folk-Musik von Naturburschen mit Holzfällerhemden und Schnäuzer ist beliebt - die australische Band Husky geht, wie im Zitat aus dem Lied 'Fake Moustache', mit der nötigen Portion Ironie an diesen Trend heran. Gerade dadurch setzen sie sich vom Haufen der anderen Bands ab, die sich mit extra gezüchteten Schnäuzern in die Folk-Welle schmeißen. Und dann dürfen Husky auch diese Musik machen - dann nämlich klingt es auch schön und eben nicht aufgesetzt, wenn Akustikgitarre, Orgel, Banjo und Akkordeon gemeinsam zu vielen Naturmetaphern musizieren. Pathetisch, aber - positiv ausgedrückt - eben auch zauberhaft-weltentrückt klingen Husky auf ihrem Debütalbum 'Forever So'. Dabei achten sie aber darauf, dass ihnen der Schmalz nicht randlos die die Gegend schlabbert, indem sie das Schlagzeug effektvoll akzentuieren. Auch textlich können Husky nicht nur (durchaus schöne!) Liebeslieder, sondern auch mal einen anderen Weg einschlagen - zum Beispiel einen düsteren aus der Perspektive eines Mörders kurz nach der Tat. ('How Do You Feel') Unangefochtenes Glanzstück des Albums ist allerdings dann doch ein Liebeslied - aber was für eins! In 'Animals & Freaks' erzählt ein alter Mann mit der einfühlsamen Stimme von Frontmann Husky Gawende die Geschichte einer Affäre aus seiner Jugend, die ihn nie losgelassen hat. Die HörerInnen können sich mit ihm auf eine Reise begeben - zurück in die Zeit, die er genau benennen kann, weil er sein ganzes weiteres Leben daran misst: 'Thirty years, six months and two days' ist es her, dass er die Dame kennenlernte. Und sie hat ihn hingerissen mit ihrer Skurrilität - selbst, als sie ihn verließ: 'One day I woke to see her leave, she had an eagle on her sleeve. The last I heard she took the bird to catch snakes in Mexico.' Zu diesen Versen schwelgt das Akkordeon in den Erinnerungen. Wer solch wundervolle Stücke schreiben kann, ist weit davon entfernt, nur eine unter vielen Trend-Folk-Bands zu sein.