Furze mag zwar immer noch aufgrund der Namensgebung belächelt werden, aber dass die (beziehungsweise "der") Norweger damit nicht das meinen, was jeder Deutschsprachige damit assoziiert, sollte eigentlich klar sein. Musikalisch sind Furze jedenfalls ziemlich einzigartig. Üblicherweise ist man Releases wie dieses eher von einem Label wie Elektrohasch gewöhnt - bekiffte, psychedelische Stonermusik. Das erinnert etwas an das, was Der Blutharsch and the Infinite Church of The Leading Hand in letzter Zeit gemacht hat. Fieser Krautrock, psychedelische Bassläufe, gestörte, an die Soundtracks von schlechten Schwarz-Weiß-Horrorfilmen erinnernde Soundeffekte, monoton wiederholte Hooklines. Bei Furze ist aber nicht nur das Cover Black Metal, sondern in die Freakshow der verschiedenen Facetten von Stonermucke kommen jede Menge klar dem Black Metal zuzuordnende Elemente vor: die typisch norwegische Kellerproduktion, klar und deutlich, aber sehr ranzig. Die entfernt auftauchenden Choräle die klingen, als würde man im Auto mit offenem Fenster an einer schwarzen Messe vorbeifahren. Am erstaunlichsten ist aber der Mangel an Vocals. Bei jedem Stück wartet man darauf, dass sich jetzt jemand die Seele aus dem Leib kotzt. Aber was passiert? Die Tonart wird gewechselt, ein 70's-Black Sabbath-Riff wird eingeschoben und weiter geht die langsame Fahrt. Dadurch stellen sich Furze in eine Ecke mit den genialen EARTH. Etwas weniger monoton sind Furze schon, und ein paar zusätzliche wirre Elemente, die von der extrem spartanischen Herangehensweise von EARTH abweichen, gibt es. Aber dennoch, Furze sind grob gesehen psychedelische Instrumentalmusik, auch wenn eine Minute vor Ende von 'Occult Soul, With Mind' jemand drei Sekunden lang ins Mikrofon grunzt. 'Psych Mooz Space Control' klingt dann nach circa sechs Minuten tatsächlich wie typischer, langsamer nordischer Black Metal der frühen Tage, auch wenn natürlich der Gesang fehlt. Es ist ein seltsames, schwer greifbares Album, das Furze uns präsentieren. Wer aufgeschlossen für psychedelische Musik ist, wird das Album mögen, allen anderen sei aufgrund der doch extremen Schwierig- und Andersartigkeit dieser Musik hier eher von einem Blindkauf abgeraten.