Es wird gemunkelt, dass es sich bei 'Psalms For The Dead' um das letzte Album von Candlemass handelt – schade wäre es allemal, aber das letzte Album von Candlemass gab es ja schon eimal vor einer Weile. 'Psalms Of The Dead' Wäre ein würdiges Abschlußalbum einer beinahe 30jährigen Karriere als Doom-Legende. Schade wäre es trotzdem, da Leif Edling auf dem neuen Werk endgültig perfekt mit Rob Lowe als Sänger harmoniert. Die beiden feuern sich gegenseitig Riffs und Melodien um die Ohren wie es perfekter kaum sein könnte. Im Gegensatz zu dem passablen, aber etwas vordergründigen 'Death Magic Doom' steht auf 'Psalms Of The Dead' wieder das Riffing und die unglaublichen Soli im Vordergrund. 'Dancing In The Temple Of The Mad Queen Bee' mag sich vom Titel her zunächst seltsam anhören, ist aber 3’38 lange Perfektion, was die schnellen Elemente des Doom angeht. Der Rest ist größtenteils langsam, sehr langsam, reicht hier und da in den Midtempobereich und klingt riffmäßig mächtig nach den beiden Über-Alben von Candlemass, 'King Of The Grey Islands' und 'Tales Of Creation'. Insbesondere das sensationelle 'The Lights Of Thebe' erinnert stark an 'A Tale Of Creation'. Auch sonst schüttelt Leif Edling wieder Doom-Riffs aus dem Ärmel, für die andere Bands Jahre brauchen, bzw. bei denen andere Bands nach dem ersten gelungenen Riff aufhören würden, weil sie nicht weiter wissen. Candlemass dagegen hauen davon 2 pro Song heraus… Hier und da schleichen sich allerhöchsten ein paar zu vernachlässigende Kratzer auf dem perfekten Schwarz dieses Tonnenschweren Doomsters ein. 'The Killing Of The Sun' ist dreistestmöglich von 'Iron Man' geklaut (vermutlich nur eine Verbeugung vor den großen Helden…) und der Sprechpart am Anfang von 'Black As Time' ist etwas zu lang geraten. Ob es sich dabei um Eric Idle handelt (nach dem es klingt) war noch nicht herauszufinden. Ansonsten gibt es mit 'The Sound Of Dying Demons' und 'Waterwitch' zwei Über-Tracks die wieder einmal beweisen, dass St.Vitus zum Trotz Leif Edling der beste Doom-Songwriter aller Zeiten ist. Melodien von einer wunderschönen Düsternis und Riffs wie in Zeitlupe geführte Klingen machen 'Psalms Of The Dead' zu einem genialen Doom-Scheibchen, dass sich Fans und solche die es werden wollen unbedingt zulegen sollten. Hoffen wir nur, dass dies nicht das Ende der größten Doom-Band aller Zeiten darstellt.