Sonata Arctica machen es den Fans nicht gerade einfach, denn sie entwickeln sich in einem Tempo weiter, dem viele Fans nicht folgen können oder wollen. Die letzten Werke hatten nicht mehr viel mit den ersten drei Alben gemeinsam, wo meist jung, ungestüm und Geschwindigkeitsrekorde brechend munter drauflos geballert wurde. Anschließend tendierten die Finnen immer weiter in die progressive Richtung, die Songs wurden verschachtelter, aber nicht minder melodiös und durch die unverwechselbare Stimme von Tony Kakko natürlich immer noch erkennbar. Dennoch schmerzte es schon, dass diese jugendliche Ungestümheit verschwand. Nun ist ein neues Sonata Arctica-Album da, bei dem sich wieder die spannende Frage stellt, was die sympathischen Finnen nun wieder für sich entdeckt haben. Neuerungen sind jedenfalls wieder vorhanden, "Stone Grow Her Name" ist erneut ein sehr komplexes, vielschichtiges Album geworden, dass allerdings produktionstechnisch der Maxime "Weniger ist mehr" folgt, was so die kompositorischen Ideen in den Mittelpunkt rückt, ohne allerdings den Sound zu minimalistisch wirken zu lassen. Und dann erst das Banjo! "Only The Broken Hearts" beginnt mit klassischer Sonata Arctica-Melodie und pendelt sich vom Härtegrad bei Brother Firetribe ein. Eine schöne klassische Melodic Metal-Nummer, die mit feinem Refrain sofort ins Ohr geht, der vom Stil her auch zu "Winterhearts Guild" gepasst hätte. "Shitload Of Money" zeigt wieder den Bandtypischen Humor vom Titel her, aber auchh von der Stilistik. Modernes Riffing trifft auf traditionelle Kakko'sche Gesänge und leicht Gothic-affine Piano-Klänge. Nicht unbedingt eine Nummer, die man mit den Finnen verbinden würde, aber gut! "Loosing My Insanity" beginnt mit klassischen Klavier-Intro, welches in einem flotten Rocker mit eingängigem Refrain und schnellem Keyboardsolo mündet. "Somewhere Close To You" startet mit modernem Metal-Riffing und recht aggressiven Vocals. So stellt man sich Sonata Arctica pissig vor... Highlight ist "I Have A Right", eine tolle Midtempo-Hymne mit den typischen Keyboard-Effekten und den großen Refrains. Absoluter Ohrwurm und Mitsing-Kandidat! "The Day" besitzt diesen typischen perlenden Bandsound-Charakter, irgendwie verträumt, aber nicht plüschig, sondern einfach, dass man als Kerl auch mal seufzen kann, ohne die Klöten zu verlieren. Bei "Cinderblox" wird es richtig schräg, Suomi trifft Redneck, Wodka auf BBQ, klingt schräg, mundet aber, auch wenn es sehr gewöhnungsbedürftig ist, doch der Song wandelt sich nach hinten raus zur klassischen Band-Hymne. "Don't Be Mean" ist der obligatorische Schmachtfetzen, mit Streichern und Oh-Oh-Ohs, den weiblichen Fans wird es gefallen, alle anderen machen die Feuerzeuge an. "Wildfire Pt.2" und "Wildfire Pt.3" beenden mit klassischem Sound, aber mit teilweise recht verrückten Effekten, aber hohem Grundtempo eine abwechslungsreiche Platte, die deutlich eine Weiterentwicklung offenbart, dennoch aber einen gewissen Brückenschlag zu den Anfängen der Band herstellt, was einige Melodieführungen oder Atmophären betrifft. Alte Fans sollten erst einmal reinhören, allen anderen sei "Stones Grow Her Name" als abwechslungsreiches, unterhaltsames Werk ans Herz gelegt, das so ist wie die Band selbst: Unkonventionell und symphatisch!