Der zweite Frühling von Marduk dauert nach wie vor an! Seit die Black Metal Legende sich 2004 mit Vocalist Mortuus (Funeral Mist) - seines Zeichens einer der besten und vielseitigsten Sänger, die das Genre zu bieten hat - zusammengetan haben, sind sie stärker denn je. Egal ob auf der Bühne oder von CD, Mortuus erhebt die Schweden auf ein ganz neues Niveau. 'Serpent Sermon' bildet keine Ausahme, auch wenn die Klasse des nahezu vollkommenen Killeralbums 'Rom 5:12' nicht erreicht wird. Das liegt vor allem an mäßig inpsirierter Dauer-Geballer-Songs wie 'Souls for Belial' oder 'Hail Mary', die Marduk 2012 schlichtweg nicht mehr zu Gesicht stehen. Denn ironischerweise sind die Schöpfer des Kult-Knüppel-BM-Albums 'Panzer Division Marduk' ausgerechnet dann am besten, wenn das Tempo gedrosselt wird. Das schleppende 'Temple of Decay' ist der absolute Höhepunkt der aktuellen Scheibe - eine solch finstere Atmosphäre, hauptsächlich hervorgerufen durch die schier unmenschliche Stimme, lässt sich mit Dauer-Geblaste schlichtweg nicht erzeugen. Glücklicherweise halten sich sich besagte Highspeed-Sücke in Grenzen und die Band geht regelmässig vom Gas: Egal ob bei 'Damnation's Gold', 'Into Second Death' oder dem rituell anmutenden Schlusstrack 'World of Blades' - die langsamen Parts erhöhen die Abwechslung und verleihen den einzelnen Lieder Profil. Meinetwegen darf man Mortuus gerne mehr Einfluss zugestehen, denn ich bin fest überzeugt davon, dass wir Brecher wie erwähnten 'Temple of Decay' vor allem ihm zu verdanken haben. Dennoch oder gerade deswegen ist 'Serpent Sermon' ein Pflichtkauf für jeden Black Metal-Fan. Marduk sind stärker denn je und wieviele Bands können das nach über 20-jährigem Bestehen schon von sich behaupten?