'Dead Donkey' ist das vierte Album der im positiven Sinne völlig durchgeknallten Band Gasmac Gilmore aus Österreich. Die Band kapert schon einmal eine Wiener U-Bahn für ein Konzert oder musiziert mit der üblichen Bandbesetzung in einer Telefonzelle. Ähnlich verrückt wie diese Referenzen geht es auch auf den Alben zu. 'Dead Donkey' ist dabei im Vergleich zu den vorherigen Alben etwas weniger chaotisch, geht noch mehr ins Ohr und noch mehr in die Beine. Stilistisch bewegen sich Gasmac Gilmore in einem selbst kreierten Musikland, das höchstens geringe Schnittmengen mit anderen Bands hat und sonst unglaublich eigenständig ist. Man nehme etwas Ska und packe Emir Kusturica hinzu – dann hat man die Grundstimmung. Das wäre aber zu simpel, also bedient man sich beim Irrsinn von Gogol Bordello, addiert einen sich in bester System Of A Down-Manier überschlagenden Sänger und würze mit einer dicken Portion fettester Metal-Gitarren. Dabei heraus kommt ein von der reinen Beschreibung her zunächst wirr wirkendes Potpourri, das sich aber beim Anhören sofort in einem gut gelaunten 'Ach soooooo…' auflöst. Die verschiedenen Elemente zwischen Metal und Gypsy Punk harmonieren aufs Feinste. Stücke wie die überaus ohrwurmige Single 'The Monkey March' gehen sofort in die Beine und fabrizieren gute Laune. Ein ideales Sammelsurium aus verschiedensten Stilen kombiniert sich zu DER Sommermusik schlechthin. Der Opener 'I Am God' setzt den Maßstab was da kommt, auch wenn er weniger eingängig als die meisten Songs des Albums ist (und wer das Album unter dieser Kenntnis in den Player schiebt wird erstaunt sein, WIE eingängig dieser Song bereits ist). Mit 'Pitchblack', dem ‚ruhigeren‘ 'Camilla' und der Hommage an 'Sigmund' folgen bereits drei Highlights. Neben Freud und Camilla gibt es marschierende Affen, tote Esel, Teddybären und dazu Sunkist und Mayonnaise. Ja, genau SO wie das jetzt klingt ist auch die Musik. Akkordeon, Stakkato-Riffs und Blechbläser inklusive. Selten gab es ein Album das so übersprüht vor guter Laune, dem fast manischen Zwang das Tanzbein zu schwingen und dem Drang, sofort VIEL Alkohol zu trinken. Der eine oder andere melancholische Unterton wird aber auch nicht vergessen, und so ist Gasmac Gilmore ein Album gelungen, das Fans so gut wie jeder Stilrichtung ein fettes Grinsen auf das Gesicht zwingen wird. Ein ganz ganz großer Spaß!