Mit gleich zwei Songs waren Malice 1982 auf jenem "Metal Massacre"-Sampler vertreten, auf dem auch eine junge Band namens Metallica mit "Hit The Lights" ihr erstes Lebenszeichen von sich gab. Wie unterschiedlich doch Karrieren verlaufen können: Wo Metallica eine der größten Bands des Planeten wurden - und einige andere (spätere) "Metal Massacre"-Beitragenden auch beachtliche Karrieren starteten (Slayer, Overkill, Voivod) - war bei Malice nach zwei guten Alben und einer durchschnittlichen EP Ende der 80er Schluss, ohne dass der Durchbruch kam. 2006 fanden sich die Gitarristen Jay Reynolds und Mick Zane sowie Bassist Mark Behn wieder zusammen und holten den jetzigen Vicious Rumors-Sänger Brian Allen und Black Symphony-Drummer Pete Holmes dazu, um die Band fortzuführen. Weitere sechs Jahre später ist nun Helstar-Sänger James Rivera (der auch mal bei Vicious Rumors war) auf "New Breed Of Godz" zu hören. 25 Jahre nach "License To Kill" also endlich ein neues Malice-Album? Nicht wirklich. Denn nur vier Songs - der Titeltrack, "Branded", "Winds Of Death (Angel Of Light)" und "Slipping Through The Cracks" - sind neu. Die übrigen acht Songs sind Neuaufnahmen von Bandklassikern wie "Hell Rider", "Sinister Double" oder "Godz Of Thunder". Auch wenn "New Breed Of Godz" (der Song) nicht gerade der spannendste Albumauftakt ist, so ist die gute Nachricht, dass sich die neuen Songs gut ins Gesamtbild einfügen und sich neben dem alten Material nicht zu schämen brauchen. Die neu aufgenommenen alten Songs kommen auch gut und klingen mit moderner Produktion natürlich deutlich heftiger als die Originalaufnahmen. Rivera bringt am Mikrofon eine - wie zu erwarten war - starke Leistung, die Original-Malice-Sänger James Neal zu Ehre gereicht. Für die Uneingeweihten sei gesagt, dass sich das Material zwischen knackigem Midtempo-Heavyrock und in Richtung Speed Metal schielendem HM bewegt. Mit "Winds Of Death" ist auch eine nette Power-Ballade dabei. Malice wurden schon in den 80ern gern mit Judas Priest verglichen und nicht zuletzt durch Riveras Stimme fügt sich auch "New Breed Of Godz" stilistisch fast nahtlos in die Reihe von Alben wie "Defenders Of The Faith" oder "Painkiller" ein. In einigen Momenten gilt das auch für die Qualität, in anderen Momenten fehlt dem durch die Bank weg gut bekömmlichen Material aber etwas die Spannung und der geniale Funke. Vielleicht hat man seitdem auch einfach schon zu viel Metal dieser Art gehört, als dass Malice - ob nun mit neuen oder alten Songs - anno 2012 das Blut in Wallung bringen könnten. Da war das Hell-Comeback/Debüt vergangenes Jahr von ganz anderem Kaliber. Aber genug genörgelt, denn für sich genommen ist "New Breed Of Godz" ein gut gespieltes, hervorragend gesungenes und in seiner Überraschungsarmut dennoch unterhaltsames Metal-Album und für alle Judas Priest-, Vicious Rumor- und Primal Fear-Fans den Kauf wert! Ob Malice-Fans, die die beiden Original-Studioalben im Schrank haben, das Album unbedingt brauchen, ist eine andere Frage. Aber hier reicht ja vielleicht die Bonus-DVD der Digipak-Version mit Liveaufnahmen von 1987, drei Songs vom Keep It True Festival 2011 sowie einem Album-Making-of als Kaufanreiz.