Alles begann mit einer Single, heißt es in den Liner Notes zur ersten LP von Nick Waterhouse. Womit natürlich nicht nur auf die Debüt-45 des 25-Jährigen angespielt wird, sondern auf die Geburtsstunde des Rock'n'Roll überhaupt. 'Some Place', die besagte Single von Waterhouse, war schon am Erscheinungstag so gut wie ausverkauft. Völlig zu Recht übrigens. Was wieder einmal die alte Weisheit unterstreicht, dass Künstler, die mit einer LP debütieren, nichts taugen. Bei Ebay kann man vielleicht mit etwas Glück und reichlich Geld noch ein Exemplar ersteigern. 'Time's All Gone' heißt nun die Premiere auf Langspielplatte. Die zehn Songs, die das hohe Niveau der Single halten, bilden ein bestehendes Update des R&B der 50er und frühen 60er. Das Wissen eignete sich Waterhouse in einem Vintage-Plattenladen an, saugte so die Musik der Altvorderen auf und spuckt diese nun wieder aus. Mit viel Elan und noch mehr Enthusiasmus geht der Purist dabei mit Hornbille, gebügeltem Anzug und Ivy-League-Frisur zu Werke. Und es ist gerade der gewaltige Stil- und der gleichzeitige Unwille, irgendwelche Kompromisse einzugehen, die den Mann aus San Francisco auszeichnen. 'The important thing to me was I did everything myself. On my own terms - the way I wanted', betont ein sichtlich stolzer Waterhouse. Streng analog wurden also die Cuts im Studio gebannt, keine klanglichen Zugeständnisse an heutige Zeiten gemacht. So kommen die Songs mit gewaltiger Wucht aus den Boxen, giftig und lebendig schallen sie durch den Raum. Es ist eine inspirative Mischung aus nach vorne treibendem Blues und Soul-Eleganz, natürlich in einem kompakten Mono-Mix, wobei sich die Gitarren-Überfälle und das feurige Saxophon immer wieder abwechseln. Am Ende der Platte lässt Waterhouse seine Band noch einmal von der Leine. Es ist ein herrlicher Radau, der stets dafür sorgt, dass man voller Vorfreude die LP wendet und erneut die ersten Takte des Openers genießt. All summer long...