'Weapons' ist das fünfte Album der Waliser und das erste unter Fearless Records und mit Luke Johnson an den Drums, nachdem Illan Rubin Ende 2008 die Band für Nine Inch Nails (und seit kurzem auch für Angels & Airwaves) verließ. Mit dem Adler-Wappen und dem lateinischen Spruch 'deus velox nex' (ungefähr: Gott ist ein schneller Tod) erinnert das Artwork stark an 'Liberation Transmission' und tatsächlich zeichnen sich mehr Parallelen zu diesem dritten Album als zu ihrem letzten 'The Betrayed' ab, das deutlich düsterer ausfiel. Lostprophets sind wieder eine Spur softer geworden und man merkt – abgesehen vom Cover –, dass die alten guten Tage von 'Start Something' lange vorbei sind. Die Scheibe kommt trotz des aggressiven Namens erneut poppiger daher als die Vorgänger und nur noch schwach dringt ein Hauch von Hardcore und härterem Alternative Rock zum Hörer durch ('We Bring ‘Em Down' und 'Better Off Dead'). Sänger Ian Watkins hat sich endgültig von seinen markanten Screams und Shouts zugunsten eines durchgehenden clear-voice-Gesangs verabschiedet, wodurch er leider deutlich weniger Energie transportieren kann als früher. Auch von den knackigen, elektronischen Dubstep-Elementen à la thefakesoundofprogress sind Lostprophets abgerückt. Stattdessen setzen die Jungs umso mehr auf Stadionatmosphäre, was ihnen ohne Zweifel gelingt. Dabei sind Lostprophets immer noch originell und stehen mit eingehenden Hymnen wie 'We Bring An Arsenal' oder 'Jesus Walks' und netten Balladen wie 'Somedays' sicherlich und ohne Konkurrenz an der Spitze des walisischen Rocks. Was man dem Sextett um Watkins auch hoch anrechnen muss, ist das sich nie in ihrer Musik beeinflussen ließen und stets ihr Ding durchgezogen haben. Dies zeigt auch der für viele Hardcorebands kategorische erste 'An alle Neider und Zweifler: F*** you! Wir haben’s trotzdem geschafft, auch wenn ihr nicht an uns geglaubt hat!'-Song mit dem Titel 'Bring ‘Em Down'. Das dazugehörige Musikvideo ist ebenso lohnenswert wie die Deluxe-Version des Albums, die neben den zehn Songs noch drei 'Garage sessions'-Tracks beinhaltet, die 2007 als Demos aufgenommen wurden, aber letztlich aus Unstimmigkeiten mit ihrem damaligen Producer John Feldmann verworfen wurden. Außerdem wird hier der Hörer durch einen genialen Remix vom Opener 'Bring ‘Em Down' von 'Bloc Party'-Gitarrist Russell Lissack überrascht. Vor allem jüngere Fans mögen bei 'Weapons' gar keinen Grund zu Beschwerden haben. Die älteren dagegen kommen nicht umhin, die härteren Zeiten von Lostprophets etwas zu vermissen. Der Kommentar der Band zu den Vorwürfen wird jedoch weiterhin konsequent lauten: If you don’t like us, f*** you, we don’t care!