Um ehrlich zu sein: Wirklich viel gibt es zum neuen The Tallest Man On Earth Album nicht zu sagen. Warum auch? Ist doch viel schöner, sich endlich mal wieder ganz genussvoll zurück zu lehnen und einfach nur zuzuhören. Wozu viele Worte, wenn man doch ganz schnell und simpel beschreiben kann, was Kristian Matsson mit seinem dritten Album nun zum dritten Mal hintereinander schafft: Gelassenheit und Ruhe auf eine Art zu präsentieren, wie sie aufregender und attraktiver nicht sein könnten. Scheinbar ohne großen Aufwand und so unbekümmert spielt er auf 'There‘s No Leaving Now' auf seiner Gitarre, dass man meinen könnte, die Bob Dylan-Vergleiche wären ihm noch nie zu Ohren und er selbst noch nie raus aus seiner Blockhütte gekommen. Der 29-jährige Schwede macht keine Musik, zu der man große Partys feiert, sondern solche, zu der man mit seinen besten Freuden ein Abendessen mit Lampions im Garten veranstaltet. Es sind keine Songs, die man hört wenn man frisch verliebt ist, sondern solche, die man schweigend zu zweit mit einer Tasse Kakao genießt während es draussen regnet. Es ist keine Platte, die man auflegt wenn Deutschland die Fußball EM 2012 gewonnen hat, sondern die, die man sich in die Ohren stöpselt, wenn man gerade oben auf dem Gipfel angekommen ist - mit der aufgehenden Sonne im Rücken und noch vom Tau nassen Gras unter den Füßen. Klingt extrem verklärt und romantisierend? - Ja. Aber völlig zu recht. Wer lieber wissen will, dass ab jetzt auch Klavier und Pedal Steel Gitarren eingesetzt werden, dass die Songs an Dringlichkeit verloren haben und dass es diesmal fünf Monate statt fünf Wochen gedauert hat das Album einzuspielen, der darf das gerne wo anders noch mal genauer nachlesen. Oder aber man legt einfach die Platte auf und genießt. Empfohlen wird an dieser Stelle letztere Variante.