Zwei Männer, ein Tsunami. Japandroids, so liest man, wollten nach ihrem Debüt 'Post-Nothing' kein weiteres Album aufnehmen. Gut, sehr gut, dass es ihnen doch sehr in den Fingern juckte und dass es nun 'Celebration Rock' gibt. Völlig rätselhaft auch, wo Brian King und David Prowse ihre ausufernden Energien hätten sonst kanalisieren wollen. Beides sind schließlich Vollblutmusiker, die für jeden einzelnen ihrer Songs alles geben. 'Minialbum', könnte man angesichts der acht Tracks auf 'Celebration Rock' verächtlich denken. Aber Obacht! Der geneigte Hörer fühlt sich nach den immerhin 35 Minuten, als hätte er die ganze Nacht durchgetanzt. Da passen die Fotos im Booklets wie die Faust aufs Auge, geben sie doch einen Eindruck von der euphorisierenden Wirkung des Albums. 'On a lot of this new record, we actually tried to simulate the sound of what we thought the crowd would do during the songs', erläutert Brian King und erntet aufgeregt zustimmendes Kopfnicken. Denn er schrammelt seine Gitarre, was das Zeug hält, entlockt ihr aber auch wunderbar entrückte Klänge. Seine laute Stimme ist genauso eindringlich und treibend wie Prowses Schlagzeug und dessen Shouts dazu. Japandroids überrennen mit Verve die Grenze, wenn Indierock der bessere Punkrock ist. Der Albumtitel ist da nur folgerichtig. Hier wird der Rock gefeiert, in der Tat. Hier ist er herrlich kompromisslos, laut und wild - und hat doch Struktur. Die Songs sind kreativ und wohl durchdacht. Vor allem aber gehen sie in Ohr, Bauch und Bein. Stillstehen ist nicht.