Solide ist es, was sich The Go Set in ihrer bisherigen Band-History erarbeitet haben. Fünf Alben in zehn Jahren, stetige Touren nicht nur in der australischen Heimat, sondern auch in Europa, Neuseeland und Japan. Darin scheint sich eine gewisse Routine entwickelt zu haben, denn genau danach klingt Album Nummer sechs. Trägt es deswegen keinen eigenen, sondern schlicht den Namen der Band? Es scheint eine Art Status quo-Meldung zu sein. Das Album liefert, versteht sich, melodiösen Punkrock aus geübtem Handwerk. Mehr aber auch nicht. 'The Go Set' klingt nicht sonderlich inspiriert, nicht sonderlich unterhaltsam – weder im Tempo, noch in den Arrangements, noch im Gesang. Das Album gibt lediglich eine nette Geräuschkulisse für eine Hintergrundbeschallung ab, die keine große Aufmerksamkeit erfordert. Hört man etwas genauer hin, ist so Manches gar nicht so fachkundig, klingen einige Soli nicht wirklich rund und der Gesang nicht immer abgestimmt. Musikalisch fügen The Go Set von allem ein bißchen zusammen. Hier hört man Surf-Ska, da die viel gespriesenen Folk-Elemente. Selbige werden gern als typisch für den Sound von The Go Set gepriesen, sind auf dem neuen Album aber sehr verhalten eingesetzt - ähnlich inkonsequent, wie das gesamte Songwriting. Gänzlich verliert das Album an Pluspunkten mit der pathetischen Ballade 'Liberty Bell'. Da kann auch das gelungene 'Belfast Mill' nicht mehr viel reißen. Möglicherweise birgt dieser End-Track aber ja Potential für die nächste Platte.