Dafür, dass sie nur zu zweit sind, machen Sänger und Gitarrero Stewart Allan und Schlagzeuger Craig Peebles aus Glasgow, Schottland, einen ziemlichen Lärm. Irgendwie scheinen Black International die neuen, abgehalfterten Strokes sein zu wollen: Blechernes Gesabbel, unterlegt mit pausenlosem Geschrabbel. Hin und wieder mag man auch an die Dirty Pretty Things denken. Nur noch eine (Traktor-)Spur betrunken(er) im Klangbild. So dermaßen post-punk-infiziert, wie sie angepriesen werden, hören sich Black International auf ihrem wiederveröffentlichten Debüt 'In Debt' nicht an. Wüst und durchtrieben dagegen schon. Unangenehm besudelt gleichermaßen und splittrig wie die Tanzfläche einer 08/15-Abzappelklitsche auf irgendeiner mittelklassigen Szenepiste-Stichstraße. Die dunklen Gitarrengriffe jagen aufgebrochenen elektrischen Klang durch die Effektgeräte wie ein spontaner Stadtwind Feinstaub in die Fußgängerkehle und dürften damit als Ultima Ratio infrage kommen, um nach einer durchfeierten Nacht auf dem Fahrrad nicht einzuschlafen. Kaum ein 'Song' ist da, der sich nicht erst im stoischen Schlagzeugspiel aufbaut, bevor Stewart Allan die Saiten knarzen lässt. Dieser Aufbau wie auch seine Abmischung ist mit ein wenig Abstraktionsvermögen als dem der überwiegenden Mehrheit der Ramones-Stücke ähnlich zu erkennen. Gleichermaßen wenig haben es Black International mit ihrer Musik darauf abgesehen, filigran zu sein, melodisch Zeichen zu setzen. Oder gar, die Hörer ihres Albums mit auf eine Phantasiereise zu nehmen. Nein, nein, das ist nicht ihre Kategorie. Die Schotten wollen unverschnörkelte, krosse Kost servieren. Und mit der Tür ins Haus fallen. 'In Debt' ist ein flaches en-bloc-Album, und sowohl an sich als auch in seinen einzelnen Bestandteilen ziemlich zurechtgestutzt. Es bietet keine herausstechenden Stücke, keinen Glanz, und auch keine Überraschungen mehr jenseits seines ersten Tracks. Dafür geht's ganz ordentlich, wenn auch berechenbar ab und die Akzente beißen sich gegenseitig in die spitzen Schwänze. So etwas kann man, muss man aber zunächst erst einmal in seiner grundlegenden Idee mögen. Tritt dieser Fall ein, kann das anstrengend homogene 'In Debt' unter besten Voraussetzungen für eine musikalisch erkenntnisfreie Momentaufnahme der Kurzweil sorgen - das war's dann auch schon.