Roine Stolt und seine Blumenkönige haben immer im Ein- bis Zwei-Jahrestakt neue Alben veröffentlicht. Album Nummer elf ließ aber fünf Jahre auf sich warten, wobei aber Stolt - von "The Whirlwind" mit Transatlantic abgesehen - in dieser Zeit auch nicht gerade den Hansdampf in allen Gassen gab. Aber wer seit den siebziger Jahren beständig hochklassigen Progressive Rock veröffentlicht, darf sich auch mal eine kleine Auszeit gönnen. "Banks Of Eden" belohnt auf jeden Fall die Geduld der Fans. Stilistisch hat sich nichts großartig geändert. The Flower Kings sind immer noch die vielleicht besten zeitgenössischen Progrocker im Fahrwasser von Yes und frühen Genesis. Gleich zu Beginn gibt es mit dem 25-minütigen "Numbers" die Progrock-Vollbedienung mit vielen Melodien, rhythmischen Verschiebungen und der gewohnt geschmeidigen, in den richtigen Momenten aber auch etwas kantigen Gitarrenarbeit von Stolt. Ebenfalls wie immer - und irgendwie zeigt das auch wieder den passend gewählten Bandnamen - hat das Gebotene einen fast durchgehend positiven Vibe. Auch in den verschrobenen Momenten wird es nicht düster, sondern bewahrt sich die Musik immer eine angenehme Locker- und Luftigkeit, die zur Abwechslung (der Schreiberling dröhnt sich sonst bevorzugt mit Metal zu) gut tut und Freude bereitet. Wichtig dabei ist, dass die Flower Kings bei aller Possierlichkeit nie in die Belanglosigkeit abrutschen. Denn die auf "Banks Of Eden" wie gewohnt fast perfekt inszenierte Beschwingtheit rutscht nicht in glitschige Pop-Gefilde ab, wie es ja leider viele der Progrock-Größen der siebziger Jahre irgendwann taten. Der Absturz von Genesis von Prog-Göttern zu Fahrstuhlmusik-Verbrechern ist da nur das schlimmste Beispiel. The Flower Kings schaffen es jedoch, leichte, gut verdauliche Klangelemente zu spannenden Song-Monumenten zusammenzuführen. Das Alles ist natürlich anno 2012 vor allem mehr leidenschaftliche Zelebrierung eines nunmehr über 40 Jahre alten Musikstils denn 'progressive' Musik im eigentlichen Sinne des Wortes - das macht aber gar nichts, denn die Songs sind gut, die Musiker erst recht und The Flower Kings bewahren sich eine nerdige Kauzigkeit, die wirklich sympathisch ist.