Ein Best Of-Album nach nur vier Studioalben zu veröffentlichen ist entweder vermessen oder eine leicht durchschaubare Verkaufsstrategie. Nun, die Kaiser Chiefs haben seit 'Employment' in der ersten Liga des britischen Indie-Rocks und damit der Gut-Verdienenden mitgemischt - keine allzu neue Taktik also. Was 'Souvenir: The Singles 2004-2012' aber so sympathisch macht, ist das - freilich sehr subjektive - Empfinden, dass die Singles der Kaiser Chiefs schon immer die Rosinen ihrer Alben waren. Keine ihrer Platten konnte den Elan und damit das Versprechen der Auskopplungen halten, sondern brachte immer einen gewissen Ernüchterungseffekt mit sich. So geht sich 'Souvenir' hervorragend an, wenn es 'I Predict A Riot', 'Never Miss A Beat' und 'Everything Is Average Nowadays' hintereinander weg auf den Hörer loslässt. Es zeichnet aber auch - und das ohne eine chronologische Anordnung - ganz deutlich die Entwicklung der Band nach, die sich vom vorlauten, mitreiβenden Garage-Sound in anstrengendere avantgardistischere Gefilde bewegt hat. Das korrespondiert mit der neuartigen Vermarktung des letzten Albums ‚The Future Is Medieval‘. Userfreundlich ist das, keine Frage, aber musikalisch haben die Kaiser Chiefs an Kreativität eingebüβt. Einst hatte die Band verlauten lassen, sie würde drei Alben aufnehmen und sich dann auflösen. Tatsächlich begann nach 'Off With Their Heads' so etwas wie eine neue Ära fuer die Kaiser Chiefs. Der Einschnitt ist auch auf 'Souvenir' zu hören, die beiden brandneuen Songs 'Listen To Your Head' und 'On The Run' mit einbegriffen. So mag das Album für die Einen ein Abschluss, für die Anderen wiederum erst der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.