Es ist fragwürdig, ob man die aktuelle Platte von Spineshank - 'Anger Denial Acceptance' - von latent depressiven Menschen besser fernhalten sollte, oder sie Ihnen bewusst vorlegt. Mit Ihrem vierten Album beschreibt das Quartett nach einer beinahe zehnjährigen Schaffenspause musikalisch ein eher düsteres Szenario. Sowas kann bei der Bewältigung einer schlechten Stimmung manchmal ja aber auch hilfreich sein. Die musikalische Reife merkt man der Band auf jeden Fall an. Während Ihrer Pause haben alle Bandmitglieder verschiedene Schicksalsschläge ereilt, die nun auf dem neuen Album verarbeitet werden. Dementsprechend ist die Scheibe nicht einfach nur roh und voller Hass, sondern bisweilen auch sehr emotional. Diese Gefühlssprünge bringt Sänger Johnny Santos mit seiner facettenreichen Stimme überaus gekonnt rüber. Von episch über melodisch bis hin zu extrem - alles kein Problem für den Frontmann. Ein Glück für die Band, dass er sich 2008 zur Reunion entschlossen hatte. Dabei wird Santos von seinen Band-Kollegen nicht minderqualifiziert unterstützt. Gitarrenriffs und Rhythmussektion stellen die Zeichen schon beim Opener 'After the End' auf Angriff. Insgesamt überzeugen die vier Amerikaner mit ihrem Album 'Anger Denial Acceptance'. Die Band zeigt kein komplett neues Gesicht, sondern lässt teilweise auch die vergangenen Tage erkennen und präsentiert sich damit in voller Bandbreite. Hier und da kann es einem dann aber schonmal ein bisschen zu weit in das eine oder andere Extrem schlagen. Auf zu viel Wut oder Herzschmerz muss man eben wirklich Lust haben.