Schon das letzte Werk 'Sperrstelle Nordost' war in puncto Finsternis, abgrundtiefer Schwärze und vollkommener Trostlosigkeit überragend. 'Artefakte Des Verderbens', das neue Album der Schweizer von Atomtrakt, steht dem Vorgänger in nichts nach. Die reinen Industrial / Dark Ambient – Elemente wurden noch verstärkt, umso mehr intensiviert sich der apokalyptische Eindruck den Atomtrakt mit ihrer Musik vermitteln. Die genretypischen, themenbezogenen verzerrten Originalsamples aus dem zweiten Weltkrieg, die mit düsterem Drumming und epischen Klangteppichen von einer ungekannten Intensität unterlegt werden, werden mit eingesprochenen, ebenfalls verzerrten Textfetzen und Gedichten konterkariert. Die Stücke sind martialisch, militant, brutal kalt und abgrundtief hoffnungslos. Halbwegs beschwingte Marschrhythmen sucht man bei Atomtrakt vergebens, viel mehr dominieren die Charakteristiken klassischer Filmmusik, langgezogene elektronische Melodien und rituelles Marschdrumming, aber ohne die üblicherweise dazugehörigen Bläserfraktion. Am Ende bleibt dann reinrassige Apokalypse übrig. Bilder von Tod, Zerstörung, gestapelten Leichen, von nuklearem Winter gelöschtem Licht, von Rauchschwaden, Feuerblitzen und abgerissenen Gliedern werden vor dem inneren Auge lebendig. Die Lyrik beschäftigt sich mit den verschiedenen Facetten der Schlacht um Stalingrad und ist dabei vordergründig, intensiv, sehr realistisch, stellenweise fetzenartig ohne Zusammenhang, wie Bilder, die auftauchen und wieder verschwinden. Auch die wenigen akustischen Gitarren vermögen keinerlei Hoffnung zu vermitteln, lediglich die Andeutung einer Geigenmelodie verbunden mit der Textzeile ‚Harrend, wartend und voller Angst / Bomben dröhnen am Horizont / Versteinerte Blicke über die Gräben in die Dunkelheit / in der Hoffnung auf den nächsten Morgen scheint etwas ähnliches wie einen Hoffnungsschimmer zu verbreiten, wird aber natürlich am Ende textlich offen gelassen. 'Artefakte Des Verderbens' ist eine anbetungsartige Endzeitvertonung einer abartig realistischen Sorte. Nichts für sanfte Gemüter, Sonnenanbeter und Pazifisten.