'I don't got no Abba, I don't play no gabba, I like Zapp not Zappa ... so please quit your chooba chabba!' Das ist unmissverständlich. Hier gehts nicht um ausgeklügelte Pop- Vertrackung, sondern um die pure Disco und die uneingeschränkte Lebensfreude. Einfach sein eigenes Ding machen, nicht darüber nachdenken, sich nicht für das Geschwätz der anderen interessieren. Was Hot Chip in ihrem Song 'Night and Day' mitteilen, steht stellvertretend für ihr fünftes Werk 'In Our Heads'. Nimm dich nicht so ernst. Fühl die BPM-Frequenzen. Lass dich einfach treiben, bis du nichts mehr spürst. Hot Chip machen wieder das, was sie am besten können: über der feinen R'n'B-Stimme von Alexis Taylor flirren die Beats, Synthesizer-Klänge und jede Menge ausgeklügelte Sound-Spielereien. Und doch ist es irgendwie anders, als man es sonst von den Briten gewohnt war. Auf 'In Our Heads' schwingt trotz des Tempos eine angenehme Zurückhaltung mit. Tracks wie 'Flutes', 'Let Me Be Him' oder 'Now There Is Nothing' (das fast schon als Pop-Ballade durchgeht) zeigen eine bisher unbekannte Seite von Hot Chip. Nämlich die soulig unaufgeregte. Nicht dass das falsch verstanden wird, Hot Chip gehen mit ihren Songs immer noch aufs Ganze. Immer noch können sie nach Belieben jeden Dancefloor zum Explodieren bringen, aber phasenweise wird das Tempo bewusst herunter gedrosselt, jedoch ohne dass man an Fahrt verlieren würde. Statt aufheulendem Motor eines Sportwagens fühlt sich das nun eher wie das sanfte Dahingleiten in einer Luxus-Limousine an. In beiden Fahrzeugen steckt aber immer noch so viel Kraft, sodass sie mühelos gleich auf liegen, wenn sie es auf ein Rennen ankommen lassen würden. Und um es wieder in der musikalischen Sprache zu sagen: 'In Our Heads' ist wie eine Disco im Snoozle-Raum. Das ist aber bereits die größte Neuigkeit, die die Platte zu bieten hat. Hot Chip bleiben sich ansonsten treu mit ihrer Verspieltheit, ihren cleveren Arrangements und ihrem nicht ausgehenden Ideenreichtum. Das zeigt sich unter anderem dadurch, dass fast alle Titel vier Minuten oder länger dauern. Einen richtigen Gassenhauer-Hit wie in der Vergangenheit 'Ready For The Floor' oder gar 'Over and Over' gibt es aber nicht. So fließt die Platte in einem Stück dahin, ohne dass man währenddessen wirklich so richtig begeistert oder bitter enttäuscht sein kann. Es ist einfach eine richtig gute Sommer-Tanz-Platte, die sich durch nichts und niemand in ihrer Organität beirren lässt. Inwieweit das Album aber noch wachsen kann, müssen die nächsten Monate erst noch zeigen. geschrieben von Marcus Wellnhofer