Die Bandgeschichte der Schweden ist bemerkenswert: Anfang der 1990er Jahre gegründet, galt die Band als vielversprechender Newcomer in der schwedischen Death-Metal-Szene, war ein stilistisches Bindeglied zwischen dem Sound aus Göteborg (In Flames, Dark Tranquillity) und den Klängen aus Stockholm (Entombed, Dismember, Grave) und machte sich auch live einen Namen. Jedoch reichte es nur zu zwei Demo-Veröffentlichungen bevor die Band auf Eis gelegt wurde. Erst 2007 - 16 Jahre nach ihrer Gründung - erschien mit "Tales From The Tomb" das erste Studioalbum. Nachdem Evocation sich nun aber mit mittlerweile drei starken Alben - nach dem Debüt folgten "Dead Calm Chaos" 2008 und "Apocalyptic" 2010 - auf den Radarschirm auch jüngerer Fans gespielt haben, war es wohl an der Zeit, die alten Schätze zu bergen. So beginnt denn die neue Zusammenarbeit von Evocation und Century Media mit einer feinen Retrospektive, die über das simple zusammenklatschen der alten Demoaufnahmen hinausgeht. Acht der insgesamt neun Songs der Demos "The Ancient Gate" und des unbetitelten Demos von 1992 wurden schon einmal 2004 auf einem anderen Label veröffentlicht (das Outro des 92er-Demos fehlte damals, ist diesmal aber natürlich mit dabei). Für "Evoked From Demonic Depths" sind alle Aufnahmen im renommierten Fascination Street Studio (Opeth, Paradise Lost, Grand Magus und viele andere) gemastert worden und rumpeln entsprechend heftig aus den Boxen. Erweitert wurde das Ganze aber auch noch mit den Aufnahmen von vier Demosongs aus dem Proberaum sowie dem Song "Genesis", der zwar 1992 geschrieben, aber nie aufgenommen wurde. "Evoked From Demonic Depths" ist damit einerseits eine lohnenswerte Anschaffung für Elchtod-Nerds und Evocation-Überfans. Andererseits aber sind die klanglich aufgemotzten Demosongs auch einfach richtig guter Schweden-Death-Metal der alten Schule, die hervorragend den Punch der Dismember-Schule mit den melodischen Zwischentönen des alten Göteborg-Stils verweben. Die Kombination aus Raubeinigkeit und detailfreudiger Arrangier- und Spielkunst kann auch 20 Jahre später noch vollends überzeugen. "Evoked From Demonic Depths" funktioniert daher fast wie ein richtiges Studioalbum - und zwar ein richtig gutes!