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Über Stratovarius braucht man eigentlich nicht viel zu sagen, auch wenn es so viel zu erzählen gibt. 14 durchweg starke Alben, die als genreprägend zu kategorisierend sind, eine daraus resultierende treue Gefolgschaft und zahllose Gigs und Tourneen haben die Finnen zu einer absoluten Institution in Sachen Melodic Metal avancieren lassen.
Auf dem anderen Blatt stehen aber auch interne Streitereien aufgrund von Krankheiten, Rauswürfe, Comebacks und der endgültige Split von Mastermind Timo Tolkki. Davon hatte sich der Rest der Band erholt und mit Matias Kupiainen einen Ersatz verpflichtet, mit dem zwei starke Alben veröffentlicht wurden. Dann der nächste Schicksalsschlag: Schlagzeuger Jörg Michael erkrankte an Krebs und verließ 2012 aus persönlichen Gründen die Band. Die Abschiedstour des langjährigen Schlagzeugers wurde in Tampere/Finnland mitgeschnitten und erscheint nun als Doppel-Livealbum, um den antreibenden Schlagwerker nach 16 Jahren Bandzugehörigkeit gebührend zu verabschieden.
Das fast zweistündige Konzert wurde am 19. November 2011 in der Pakkahuone Halle aufgenommen und ist gespickt mit Songs, die für die Melodic Metal-Fraktion Liedgut für die Ewigkeit darstellen. Es gibt Hits, Hits, Hits, Spielfreude, eine grandios aufgelegte Band, Melodien en masse, alles in einem für Stratovarius-Verhältnisse recht rauen Klang, bei dem Bass und Schlagzeug sehr im Vordergrund stehen, die Gitarre fast etwas blass wirkt und so recht wenig Druck aufbauen kann, der aber insgesamt dann doch authentisch wirkt.
Die hochwertigen, jeweils anders gestalteten Booklets der 2-CD, DVD und Blu-ray sind mit raren Bildern, Liner Notes der Bandmitglieder sowie einem Interview mit Jörg Michael, in dem dieser seine Zeit bei Stratovarius Revue passieren lässt, versehen.
Sicher, Stratoviarus haben mehr als 20 Songs in der Hinterhand, die eigentlich zu spielen sind, aber die Songauswahl ist stimmig und schlägt den Bogen über alle Stationen der Band, "Legions Of The Twilight", "Visions", "Kiss of Judas", "Eagleheart", "I Walk My Own Song", "Father Time" und und und lassen Fanherzen höher schlagen.
Neben obligatorischen Bass-, Keyboard- und Gitarrensolo gibt es sogar noch zwei Coversionen: Deep Purples "Burn" und "Behind Blue Eyes" von The Who, den Jüngeren wohl nur noch als Version von Limp Bizkit bekannt. Hier punktet vor allem Sänger Timo Kotipelto, der dem Stück mit seiner Stimme absoluten Tiefgang verleiht.
Insgesamt bekommt Schlagzeuger Jörg Michael einen würdigen, emotionalen und ergreifenden Abschied und die Fans ein Livealbum, das einen sauberen Querschnitt des bisherigen Schaffens aus einer sehr bewegten Karriere darstellt.
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