Eins muss man doch gleich mal klarstellen. Wenn ein Album sowieso nur von einer mageren Zeit von ein bisschen mehr als 30 Minuten zehren kann, dann ist es schon geradezu eine Frechheit, wenn man vornan noch 3 Minuten ambientöse Geräusche stellt. An sich gehört ein Intro zum guten Ton und leitet gekonnt in ein Werk, aber nicht, wenn danach kaum noch Musik kommt. Hat man die Wut über diesen Umstand erst mal runtergeschluckt, kann man sich auch dem Debüt-Album der Oregoner Doomer von Taurus zuwenden. Das Duo besteht aus zwei Damen, von denen Stevie Floyd den kampferprobten Dark Castle entliehen wurde. Zusammen schreiben sie sich Psychedelic Doom auf die Fahne, der auf "Life" in zwei Liedern mit deutlicher Überlänge umgesetzt wird. In Hinblick auf das Gebotene hätten die Stücke gerne kürzer sein dürfen. Den Taurus machen nicht weniger, als reines Chaos zu erzeugen. Das mag bei manchen Bands extrem gut funktionieren und außergewöhnliche Energien freisetzen, in diesem Falle bleibt es jedoch bei unzusammenhängenden Fetzen. Da wird viel Gedroned, die komplette Bandbreite der Drums auf und ab bearbeitet und dazu noch das Mikrofon angeschrien. Was unter dem Deckmantel des Psychedelic angepriesen wird, ist lediglich kompositorische Inkompetenz, untermischt mit diversen Samples. "Life" wurde ebenso live eingespielt, das merkt man den beiden Stücken deutlich an. Würde es sich um eine bloße Demo handeln, die während einer Jam-Session entstanden wäre, dann hätte das Werk durchaus seine Daseinsberechtigung. Und auch auf einer kleinen Bühne, im Rahmen eines experimentellen Konzertes kann man sich die gebotene Musik gut vorstellen. Als vollwertiges Album versagt "Life" jedoch gekonnt. Zwar weißt der Song mit dem einfallsreichen Namen "Life Part II" deutlichere Strukturen auf und macht es dem Hörer leichter, Zugang zu finden, dennoch springt hier kein Funke über. Experimentierfreudige können sich an Taurus wagen, allen anderen sei davon abgeraten. Dieses Werk gehört auf eine Demo-Kassette, jedoch nicht als vollwertiges Album verkauft.