Manchmal muss es eben Mumm sein. Oder der Metal Mumm haben. Dann legt man eine Scheibe wie "Antagonist" von Cripper auf. Schnörkelloser Thrash Metal ohne viel Drumherum, aber clever komponiert und immer schön mit viel Abwechslung auf die Zwölf. Mit "New Shadow" sägt die 2005 gegründete Hannoveraner Formation gleich amtlich los. Sängerin Britta Görtz, auf der Bandhomepage liebevoll Elchkuh tituliert, kommt dabei so aggressiv daher wie das Vorbild, wenn Wölfe an die Kälber gehen. Was die schmucke Dame auf dem gesamten Album wütet und schnaubt, stellt die Leistungen einiger männlichen Kollegen locker in den Schatten. Der stimmige und unterhaltsame Mix aus Oldschool und Moderne, mit technischer Raffinesse und fettem Groove aufgetischt, geht mit "Not Dead Yet", dem leicht orientalisch angehauchten "Totmann" und dem heftigen "Another Lesson In Pain" in die nächsten Runden. Man merkt, dass die Band Anfang 2011 in der Karibik beim 70.000 Tons Of Metal mit den Großen gespielt hat und von einem Sat1-Kamera-Team für eine Doku begleitet wurde, die die Band einem breiten Publikum bekannt machte und wovon die Niedersachsen auch auf den zahlreichen Festivals im letzten Jahr profitiert hat. "Antagonist" klingt reif, erwachsen, modern, aber auch ungestüm, wütend und heftig. Ein schöneres Kompliment kann man eigentlich einer Thrash Metal-Band für ein neues Album eigentlich nicht machen.