Die letzten Jahren meinten es gut mit Kasabian - auch hier in Deutschland, wo die Euphorie für englische Großmäuler nie so groß scheint wie im Heimatland des Pop. Der Auftritt auf dem Hurricane/Southside-Festival 2011 änderte für die Band so einiges, der ausverkauften Herbsttournee schlossen sich in diesem Jahr weitere Konzerte in Deutschland an, wobei die Hallen schon ein ganzes Stück größer wurden. Doch das ist natürlich alles nichts gegen ein Heimspiel in der Londoner O2-Arena. Da wird geklotzt, nicht gekleckert. Ein Streichorchester, bestehend aus sexy Ladies? Kein Problem. Eine ständig wechselnde Lichtshow? Aber hallo! Leinwände? Na klar. Beim Konzert merkt man schnell, wie viele rundum gelungene Hits die Band nach vier Alben im Köcher hat, wobei die Mischung aus Dance und Rock live natürlich hervorragend funktioniert. Mit 'Days Are Forgotten' geht es noch gemächlich los, bevor 'Shoot The Runner' und 'Velociraptor!', 'Underdog' und 'Where Did All The Love go?' das Tempo und die Stimmung in der Arena auf konstant hohem Niveau halten. Auch 'La Fee Verte', der schönste Song vom aktuellen Album 'Velociraptor!', kommt zur Aufführung, samt Mellotron-Flirren, Trompeten, Akustikgitarre, schleppendem Beat und Tom Meighans trägem Gesang: 'There's a policeman in my bed / Telling me I'm high'. Und egal ob London oder Berlin - als größter Crowd-Pleaser entpuppt sich immer wieder 'Fire'. Kein Wunder, dass die Band diese Doors-Hommage als Rausschmeißer benutzt - in der XXL-Version selbstverständlich. Bild und Ton der DVD sind tadellos. Die dreißigminütige Dokumentation bietet das übliche Geplänkel vor und hinter der Bühne. Man hat die Zeit seines Lebens - und das wissen die Bandmitglieder nur selbst zu gut.