Wie die Zeit doch rast. Vier Jahre sind die Stone Temple Pilots schon wieder vereint (oder: schon wiedervereint). Die neue DVD/Blu-Ray 'Alive in The Windy City' ist aber auch schon vor zwei Jahren aufgenommen worden. Das zwanzigjährige Jubiläum von 'Core' war also noch nicht erreicht, als die Show in Chicago aufgezeichnet wurde. Statt dessen war gerade das neue, selbstbetitelte Comeback-Album erschienen. Vier Songs von der Reunion-Scheibe sind im Set dabei, den Rest besorgen natürlich die Greatest Hits. Und davon haben die Stone Temple Pilots reichlich. 'Plush', 'Vasoline' und der 'Interstate Love Song' waren die ersten, die sich auf der Eins platzieren konnten, wenn auch nur in den sogenannten 'US Mainstream Rock Charts'. In den 'Billboard Top 100' waren es nur die 39, 38 und 18. Sei's drum, die Songs sind genial, genauso 'Crackerman' oder 'Sex Type Thing'. Fast 20 Songs spielt das Quartett aus San Diego, das sich in exzellenter Form befindet. Der unberechenbare Scott Weiland, rot im Gesicht und stark schwitzend, liefert die große Show - stimmlich genauso wie mit seinem extrovertierten Bühnengehabe. Es macht großen Spaß, das Stone Temple Pilots-Treiben im Riviera Theatre zu verfolgen, einer Konzerthalle, die man wohl als 'intim' bezeichnen würde. 2500 Personen kann sie fassen - und so viele sind auch da gewesen im März 2010. Anfang des Jahres hatte scott Weiland nach einem überraschenden Einzel-Konzert mit Velvet Revolver behauptet, er sei wieder fest in der Band. Slash dementierte. Wenn sich Weiland weiterhin in dieser Form befindet, ist er aber der beste Mann für den Job. Andererseits: Solange die Stone Temple Pilots so gut drauf sind wie auf dieser DVD/Blu-Ray - warum sollte man dem instabilen Frontmann die Strapazen einer zweiten Band aufbürden? 'Alive In The Windy City' zeigt: Mit den Stone Temple Pilots ist als mitreißende Live-Band jedenfalls weiter zu rechnen. Anlässlich des 'Core'-Jubiläums wird es ab September eine Reihe von Konzerten in ähnlichen Hallen wie dem Riviera Theatre geben. Und nach Konsum dieser DVD/Blu-Ray gibt es dafür nur einen Optimierungswunsch: die Spielzeit. 92 Minuten sind eigentlich zu wenig. Auf DVD/Blu-Ray kann das auch ein Interview mit der Band nicht wettmachen.