Diese Freundschaft ist eine enge. Und äuβerst fruchtbare dazu. Auch wenn das erste 'Acoustic'-Album schon ins Jahr 2004 zurückdatiert, haben Joey Cape und Tony Sly seitdem doch unablässig zusammengearbeitet - auf ihren jeweiligen Soloalben, im Bandprojekt Scorpios mit Jon Snodgrass an ihrer Seite und bei unzähligen gemeinsamen Liveauftritten dies- und jenseits des groβen Teichs. Nun haben sie also auch die Zeit für den Nachfolger ihrer Akkustik-Sessions gefunden. Das Konzept ist das gleiche geblieben: Je fünf Songs ihrer jeweiligen Hauptbands Lagwagon und No Use For A Name sind neu und von den Originalen grundverschieden arrangiert. Dazu gibt es von jedem der beiden Sänger noch einen neu verfassten, exklusive Track. Macht zwölf Stücke, reduziert und verlangsamt, und jedes funktioniert doch auch im neuen Gewand bestens. Womit sowohl Joey Cape als auch - und vor allem auch - Tony Sly einmal mehr ihr traumwandlerisch sicheres Songwriting unter Beweis stellen. Das natürlich nicht komplett getrennt. Beide unterstützen sich gegenseitig beim Background und an der zweiten Gitarre. Die ist nicht nur in Akkustikausführung zu hören, sondern auch als cleane E-Gitarre, wozu Rasseln und Tamburin gern den Rhythmus beisteuern. Als Backgroundsänger und vor allem am Keyboard ist zudem Brian Wahlstrom zu hören, der ja im vergangenen Jahr auch ins Scorpios-Line-up aufgenommen wurde. Wie auf deren selbstbetitelter Platte verleiht sein Piano auch auf 'Acoustic Volume 2' so manchem Song eine schnulzige Note. Joey Cape zieht Wahlstrom dankenswerterweise nur vereinzelt hinzu, während Tony Sly in keinem seiner sechs Stücke auf ihn verzichten mag. Das ist mitunter schwer zu ertragen und ruft bittersüβe Erinnerungen an Slys '12 Song Program' hervor, als der Sänger allein auf sich und seine Gitarre vertraut hat. Zweifelsohne ist Wahlstrom ein Meister an seinem Instrument; seine Inspirationen aber sind verkitscht und dudeln leicht jede noch verbliebene Punknuance nieder.Ohne das Geklimper wäre etwa 'Soulmate' ein ebenso famoser Track geworden wie einst 'Via Munich' auf Slys Solodebüt. Weniger ist eben doch mehr. Das haben Joey Cape und Tony Sly selbst schon längst bewiesen. D a die Platte aber ganz unverkennbar ihre Handschrift trägt, ist 'Acoustic Volume 2' natürlich doch ein gut hörbares Album. Und immerhin wird der geneigte Hörer mit 'Liver Let Die' fröhlich und hoffnungsfroh bis zum nächsten Split oder, das wohl eher, bis zum nächsten gemeinsamen Gig entlassen.