Eine multinationale Truppe, die eine Mischung aus Prog und Melodic Thrash Metal spielt und einen Sänger hat, der meist nach teutonischem True Metal klingt, aber auch ziemlich derbe die Stimmbänder malträtieren kann? Und das soll stimmig klingen? Ja, tut es und diejenigen, die dieses Kunststück vollbringen, heißen The Outside, kommen aus Chile, der Türkei und Deutschland und verschmelzen hörbar verschiedene musikalische Hintergründe. Zwar lässt das Coverartwork eher eine gothic-lastige Ausrichtung vermuten, doch findet man sich dann in einer Melange zwischen Symphony X und recht modernem Thrash mit hohem Melodiefaktor wieder und bekommt mit Roland B. Marx einen Sänger, der intensiv in die Gehörgänge vordringt und den Spagat zwischen Melodie und der Aggressivät des Thrash auf eigenwillige Weise schafft. Gemixt und gemastert wurde das Album von Igor Leiva von den Atomic Noise Studios in Santiago, in gutem Sound, der die technischen Feinheiten zur Geltung bringt, legt "Empire" mit musikalischem Anspruch und vertrackten Strukturen los und mündet in einem feinem, eingängigem Chorus. Keine leichte Kost, aber sehr schmackhaft! Das kurze "The Worm" setzt auf schwere Rhythmen und dramatisch-aggressiven Grundtenor - stark! "Revolt Of Reason" zieht das Tempo wieder an und zeigt anspruchsvollen Rhythmussport, "Blood Runs Black" beginnt dagegen geradlinig und mit fließendem Songwriting, was sich aber im Chorus ändert. "We Are Sin" hackt sauber nach vorn und präsentiert wie auch alle anderen Songs großen Saitensport in den Soli. "Perfect Reign" lässt es ruhig beginnen und steigert sich zu einem gemäßigten, intensiven Stück. "The Stench" zeigt abschließend musikalisch noch einmal alles, wo die Band ihre Stärken hat. Insgesamt kann man The Outside ein spannendes Debüt mit eigener Note attestieren, bei denen die Songs vor allem knackig arrangiert und komponiert sind und nicht in endlose Selbstverliebtheit enden. Prog-Fans wie offene Thrash-Anhönger können hier ruhig mal hineinhören!