Alter Bridge-Frontmann Myles Kennedy ist momentan äußerst erfolgreich mit Slash unterwegs. Kennedys Abwesenheit hat Bandkollege Mark Tremonti genutzt, um ein Soloalbum zu produzieren. Auf seinem Debüt will Tremonti als Gitarrist und Sänger nun also alles zur Schau stellen, was er mal war. Aufgewachsen sei er mit Pantera und Metallica, sagt er, aber solo klingt Tremonti eher nach Shinedown, Black Stone Cherry oder manchmal Nickelback. Abzüglich der seichten Balladen, die uns Chad Kroeger und Co. regelmäßig übers Radio unterjubeln. Bei Tremonti sind die Riffs heftig, die Strophen wuchtig, die Refrains wiederum sehr melodisch und markant. Mag ein Song auch noch so düster, schnell und/oder agressiv beginnen - irgendwann kommt der verlangsamte Hauptteil mit seiner eingängigen Melodie. Das gilt für den starken Album-Opener "Leave It All Alone" und auch für fast alle anderen Stücke. Stimmlich überrascht Tremonti mit einem kräftigen Organ, das zwar im Vergleich zu seinem "hauptberuflichen" Sänger Kennedy eher limitiert ist, aber trotzdem kräftig. Mark Tremonti ist eher ein Shouter als ein Sänger, vergleichbar mit den Frontmännern der genannten Shinedown oder Black Stone Cherry. Das passt zu der Soundwand, die er mit Unterstützung zweier weiterer Musiker aufbaut. Doch es gibt auch davon Ausnahmen. "The Things I've Seen", "New Way Out" und "Proof" sind die absoluten Radiohymnen. Zusammenfassend muss man sagen, dass der Einfluss von Metallica und Pantera sich auf der Mikroebene abspielt. "All I Was" bietet größtenteils Musik, die auch auf einem Transformers-Soundtrack hätte sein können. Das muss nicht schlecht sein, es ist eben voluminöser, kommerzieller US-Hardrock. Radio-Metal könnte man das auch nennen. Top produziert und nett anzuhören, ist es doch lange nicht so spannend wie das, was Mark Tremonti sonst regelmäßig mit Alter Bridge abfeuert.