A Forest Of Stars sind einzigartig. Als eine der wenigen im Augenblick aktiven Bands, die sich der sehr angesagten Mischung aus Post-Rock und Black Metal verschrieben haben, sind A Forest Of Stars wirklich etwas Besonderes. Natürlich gibt es insbesondere bei Prophecy Productions diverse sogenannte Post-Black-Metal-Bands, die alle wirklich gute Musik machen und jede Existenzberechtigung haben - aber mal ehrlich: So wahnsinnig viele Unterschiede finden sich jetzt nicht unbedingt bei Bands wie Alcest, Les Discrets, Farsot, Negura Bunget und ähnlichen Nicht-Prophecy-Bands wie Fen. A Forest Of Stars aber sind anders. Auch hier dominieren die üblichen Trademarks dieses Genres: langgezogene Gitarrenmelodien, epische Klangteppiche, Keyboards, der eine oder andere rasende Geschwindigkeitsausbruch und jede Menge Abwechslung zwischen Gekeife und verzweifelt wirkendem Gesang. Aber A Forest Of Stars machen viel mehr. Sie brechen mit diesen Konventionen, gewichten sie neu, integrieren Sprech- und Deklamationsgesang, irrsinnige Breaks, Tempowechsel und Rhythmen. Es gibt Geigen, Streicher, Hammerklaviere. A Forest Of Stars machen extrem theatralische Musik; die Stücke wirken stellenweise wie Zirkusnummern aus einer Zwischendimension, in der Schatten und Geister leben. Nicht umsonst haben A Forest Of Stars zu 'Gatherer Of The Pure' ein fantastisches Video gedreht, das vor gezeichnetem Hintergrund ein Spiel mit Schattenfiguren und Scherenschnitten darstellt, und wie eine düsteres Panoptikum aus den Anfangstagen des Filmschaffens wirkt. Passend dazu die wahnwitzige Musik, die insbesondere im Geigespiel stellenweise wirkt als könnte sie aus der Feder von Erich Zann stammen – Insider wissen sicherlich, was gemeint ist. Die Beschreibung mag jetzt für manchen abstoßend wirkend, unzugänglich, zu kopflastig und zu durchgeknallt. Das ist stellenweise sicherlich richtig. Im Gegensatz zum Vorgänger 'Opportunistic Thieves Of Spring' ist 'A Shadowplay For Yesterdays' aber weitaus eingängiger und zugänglicher. Obwohl die Stücke allesamt Überlänge haben, wirkt kein Song, geschweige denn das gesamte Album - das mit einer Gesamtspieldauer von knapp 63 Minuten sehr üppig ausgefallen ist - übertrieben lang oder gar langatmig. Die Band strotzt nur so vor Ideen, Spielfreude und Intellekt, und das merkt man in jeder Sekunde. Für Skeptiker mag 'A Prophet For a Pound Of Flesh' als Anspieltipp herhalten, das anfangs mit seiner atmosphärischen Mischung aus Bathory und Zirkusmusik in puncto Eingängigkeit besonders zu überzeugen vermag und dann alle progressiv-psychedelischen Töne auffährt, derer die Band habhaft werden konnte bis hin zur Panflöte. 'The Blight Of God's Acre' positioniert sich als rasendes Black-Metal-Ungetüm mit Geigen, eine Art My Dying Bride of Speed. Das abschließende 'Corvus Corona' erinnert dagegen an eine Metal-Version der Abgedrehtheit von Sopor Aeternus & The Ensemble Of Shadows. Wenn man sich 'A Shadowplay For Yesterdays' zu Gemüte führt, weiß man sofort, dass sich diese wirklich sensationelle Musik jeder Kategorisierung entzieht. Ein überragendes Stück abgedrehter, aggressiver, atmosphärischer, harter, melodischer Musik.