Morgoth sind zurück? Nein, nicht ganz. Sie spielen wieder live – was schön ist. Ansonsten ruhen sich Morgoth auf alten Lorbeeren aus. Dementsprechend passend auch der Albumtitel dieses Livescheibchens – "Cursed To Live". Der legendäre Klassiker der Death-Metal-Szene, "Cursed" aus dem Jahr 1991, stand Pate bei diesem Namen und "Live" sagt, nunja, genau das. Ein Livealbum. Nichts Neues, nichts Tolles. Viele haben sich nach Marc Grewe's Wiederauftauchen mit Insidious Disease Hoffnungen gemacht, Morgoth könnte wirklich auferstehen, und nach viel gutem Zureden kam es dann auch dazu. Ein Livealbum hilft da aber nicht viel. Der Name Morgoth hat in der Death-Metal-Szene immer noch einen klangvollen Namen – warum also nicht ein echtes neues Album aufnehmen, statt alte Hits zu verwursten? Natürlich sind die Stücke von den ersten Alben der Band immer noch Highlights, und "Odium" ist mit Garantie unter den Top 10 der besten Death-Metal-Scheiben aller Zeiten. Dementsprechend gut sind Stücke wie "Under The Surface" und "Resistance", leider bleiben dies die einzigen Stücke dieses überragenden Albums, und die Band legt mehr wert auf Krach als auf Qualität. Auch der nicht minder überragende Track "This Fantastic Decade" des letzten, post-punkigen-industrial-lastigen Morgoth-Albums fehlt. Da hätte man wenigstens etwas Spannung erzeugen können, diesen Track mal als knallharte Death-Metal-Version aufzutischen. So bleiben Songs der ersten Demos, von "The Eternal Fall" und "Resurrection Absurd". Alles Klassiker des gepflegten Gedresches wie "Sold Baptism" oder "Pits Of Utumno" – nur: Interessant ist das nicht. Spannend auch nicht. Hart, gut produziert, gut umgesetzt ist es aber allemal. Eine Legende wie Morgoth hätte aber ganz eindeutig mit einem größeren Paukenschlag auf die Bühne zurückkehren dürfen als mit einem schnöden Livealbum, selbst wenn es in Bild und Ton ganz gelungen ist.