Was gab es nicht alles unter dem Banner "Volks-Dingens": Den Volksrechner, Volksbier, Volkshandy, Volksversicherung, Volkswagen (früher, was die Wolfsburger nun zu völlig überzogenen Preisen anbieten, hat mit dem ursprünglichen Gedanken nur noch wenig gemein, aber das steht auf einem anderen Blatt Papier) und und und... Nun gibt es eine völlig neue Gattung aus diesem Bereich für die Bevölkerung, die Schnittstelle aus bayrischem Lokalkolorit, zünftiger Schunkel-Festzelt-Stimmungsmusik und Sodom bzw. Onkel Tom. Ja, richtig gelesen, denn Volksmetal machen sich auf, das zusammenzuführen, was ab 1,5 Promille einfach zusammen gehört. Eine ordentliche Portion Härte gemischt mit Uffta-Uffta-Rhythmen und Instrumenten, die nach der nächsten Maß schreien und einem der schönsten Dialekte Deutschlands. Sicher, Volksmetal bewegen sich auf dünnem Eis, Volksmetal ist nichts für Emos, True Black Metaller, Gothen oder Industrial-Jünger, denen Witz und Selbstironie nicht in die musikalische Ausdrucksweise passen. Volksmetal passt aufs Wacken und zeitgleich als Gast bei der Krone der Volksmusik, Volksmetal eignet sich als Soundtrack zur Fahrt in den Urlaub oder bei feuchtfröhlichen Feiereien. Kurz: die sechs Volksmetaller bescheren Metal zum Mitschunkeln und Volksmusik zum Headbangen. Wer J.B.O. mag, der liegt hier richtig, wer härtere Sachen mit Hang zu Schlager-Kompositionen bevorzugt, findet hier auch einen Hafen. "Da Deifel is a Oachkatzerl" ballert mal amtlich los, die Quetschkommode und der bayrische Gesang belegen die Gehörgänge und der Oberkörper startet automatisch zu Schunkeln, die Zunge ordert willenlos die erste Maß. "Da Mäddelbänger" ist eine herrliche Mischung aus Zitter-Intro, Doublebass, Schreddergitarren und ¾-Takt-Refrain. Der Bierzeltklassiker "Fürstenfeld" wird stimmungsvoll heavy interpretiert, "Geh lass ma mei Ruah" hat eine feine, dramatische Herzschmerz-Story, "Brutaler Modelwahn" brettert ins Ohr, der EAV-Klassiker "Küss die Hand Herr Kerkermeister" hätte dagegen ruhig etwas derber ausfallen dürfen. "O'Zapft is" bereitet auf eine neue Runde Volksmetal vor, abschließend gibt es noch das "Volksmetal Thema", welches jede Loipe in Reit Im Winkl noch stimmungsvoller erscheinen lassen, jede Brotzeit im Wirtshaus auf so mancher Alm nochmal mehr munden lassen, jedes Alpenpanorama im TV-Morgenprogramm hervorragend musikalisch untermalen würde. Volksmetal ist gesellig, stimmungsvoll und zeigt, dass Tuba und Gitarren hervorragend harmonieren. Und vielleicht schaffen es Volksmetal, einigen Bayern- und Volksmusikhassern die Vorteile und Schönheiten dieser Themen nahezubringen.