Früher mal hat Johannes B. Kerner sehr bekannte Werbespots für ein Mineralwasser gedreht. Die sind aber schon eine ganze Weile her - und Johannes B. Kerner zieht sich immer mehr aus dem Rampenlicht zurück. Bassnectar dagegen drängt ins Rampenlicht. In den USA ist er dort als Superstar schon lange angekommen - in Europa möchte er mit seinem neuen Album 'Vava Voom' endlich rein. Er könnte die Lücke schließen, die Johannes B. Kerner in der Mineralwasser-Werbungs-Landschaft hinterlassen hat. Denn einer der besten Songs auf seinem Album, 'Butterfly', wäre der perfekte Soundtrack zu einer Werbung für erfrischendes Felsquellwasser. In diesem Song atmet eine Frauenstimme singend aus und verbreitet dadurch gemeinsam mit dem entspannten Beat eine belebende Stimmung. Das nachfolgende Stück 'Nothing Has Been Broken' transportiert Weite und Freiheit und würde sich deswegen hervorragend eignen als Hintergrundmusik für Werbung eines Wanderausstatters. Und drumherum um diese potenziellen Werbe-Soundtracks präsentiert Bassnectar seinen persönlichen Soundtrack für die Schnelligkeit seines Lebens, 'Vava Voom'-Bummzackzack-Bääääm eben. Er fühlt sich so schnell sich der Zukunft entgegen geschleudert, wie er gar nicht gucken kann - und hat sich nun, wie er auf der Innenseite des Digipacks schreibt, vorgenommen, das Tempo mitzugehen und einfach jeden neuen Moment seines Lebens zu genießen wie eine leckere Frucht. Schnelligkeit des Lebens hat für Bassnectar aber offensichtlich nicht so viel mit Schnelligkeit der Musik zu tun. Denn die ersten beiden Songs des Albums, u.a. der Titeltrack, schleppen das Tempo ziemlich und lassen erst einmal vermuten, 'Vava Voom' würde nicht auf Schnelligkeit anspielen, sondern auf fette Bässe und coolen Style - ein Spruch, den man zu sich selbst sagt, wenn man in den Spiegel blickt und findet, dass man lässig aussieht - am besten noch, während man den Zeigefinger auf sein Spiegelbild richtet und eine Augenbraue hochzieht. Die erste Single 'Ugly' wirbelt dann aber gleich viel mehr, verzwirbelter und dubsteppiger durch die Gegend. Und auch ansonsten ist 'Vava Voom' ein auffällig gut gelauntes Album. Es hüpfen Tischtennisbälle als Beat, der Pennywise-Mitgröl-Klassiker 'Bro Hymn' wird durch den Dubstep-Wolf gedreht und ein herzliches, zufriedenes, weibliches Lachen als Sample verjagt jeglichen Trübsinn. 'Vava Voom' wirkt so belebend, dass man Johannes B. Kerners Wasser gar nicht mehr braucht.