Der ganze Post Black Metal ist dir zu verkopft und möchtegernerisch? Sanfter Wald-und-Wiesen-BM ist für Dich nur etwas für traumwandelnde Blümchenpflücker? Du brauchst deinen Black Metal roh und hässlich, mit verwaschenen Gitarren, einem Sound, der nach 1993 klingt? Und dennoch soll das Ganze musikalisch Hand und Fuß haben und nicht völlig befreit von jeglichem künstlerischen Anspruch daherkommen? Dann probiere es doch mal mit Eternity. Die Band aus Nordhausen in Thüringen treibt schon seit 1994 ihr Unwesen, brachte 1995 ihr erstes Demo unters Volk. Es folgten einige Split-Veröffentlichungen bis dann 2004 das erste Studioalbum "... And The Gruesome Returns With Every Night" erschien. Nach "Funeral Mass" (2007) liegt nun Album Nummer drei vor. Fans des Frühneunziger Black Metal der norwegischen Schule können hier fast bedenkenlos zugreifen, denn es finden sich alle Zutaten, die diesen speziellen Sound geprägt haben: ein schneidender Gitarrensound, die Black-Metal-typischen Disharmonien, ein schepperndes Schlagzeug und aggressiver Keifgesang, der manchmal recht effektvoll mit Sprechgesang-artigen Passagen ergänzt wird. Die Songs sind für sich genommen auch ganz gut, auch wenn sich keiner der Tracks als neuer Genre-Klassiker aufdrängt. Der Opener "Down To The Southern Abyss" überzeugt mit epischem Flair, "... Of Satan's Blood" ist ein kurzer, recht simpel gehaltener und eingängiger Song, der nach Livedarbietungen schreit, und "Black Clouds On A Psychic Horizon" traut sich sogar mal ruhige Klänge zu bevor das Album fast rein instrumental mit repetitiven Riffs ausklingt. Das Haupt-Riff des vorletzten Songs "Waiting In The Abyss" hat übrigens jeder Black Metaller schon einmal gehört. Ein anderer Rezensent verwies auf das Instrumental "The Wanderer" vom Emperor-Album "Anthems To The Welkin At Dusk", ich jedoch fühle mich sehr stark an den Song "Stormblåst" vom gleichnamigen Dimmu Borgir-Album erinnert. Sei's drum, lassen wir es mal als Hommage durchgehen, so wie eigentlich das ganze Album eher als Huldigung der norwegischen Black-Metal-Klassiker durchgeht, denn als das Werk einer Band, die eigene Akzente setzen will. Aber das ist letztlich auch völlig okay so. Eternity scheinen diesen Sound zu lieben und haben ihre dunkle Freude daran, ihn stilecht in eigenen Songs zu zelebrieren. Wem es ähnlich geht, der kann hier nicht viel falsch machen.