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Welcome back! Fünf Jahre nach ihrer überflüssigen Auflösung und ein Jahr nach der Reunion kehren The Darkness mit dem dritten Studioalbum zurück - in der Originalbesetzung, wie man nicht müde wird zu betonen. Dazu gehört neben den Gebrüdern Hawkins und Schlagzeuger Ed Graham auch Frankie Poullain, der während des zweiten Albums geschasst wurde. Das hieß "One Way Ticket To Hell ..." und war ein Meisterwerk, erfüllte allerdings überraschend nicht die kommerziellen Erwartungen.
Vielleicht klappt es mit heißem Kuchen. Der gemächliche Groove-Rock-Opener "Every Inch Of You" versteht sich als Rückblick in die Zeit vorm Erfolg des Debütalbums. Es dauert 50 Sekunden, bevor Justin erstmals die Kopfstimme einsetzt: "Suck my cock!" Spätestens jetzt sind The Darkness wieder da - und nicht mehr aufzuhalten. Die Single "Nothin's Gonna Stop Us" gab es vorab als Gratis-Download und als Beweis, dass The Darkness nichts verlernt haben. Das ist melodischer Hardrock, schnörkellos gespielt, aber mit extravagantem Gesang.
Doch "Hot Cakes" kommt umso mehr in Fahrt, je länger es läuft. Höhepunkt des Albums ist das grandiose "With A Woman", ein Hardrock-Song im AC/DC-Soundgerüst und mit Queen-Harmonien, der sich dann dank Justins Falsetto und dem luxuriös-harmonischen Chorgesang in seinen fantastischen Refrain hineinsteigert. Die Beinahe-Ballade "Living Each Day Blind" begeistert mit einem Solo, das an The Cars oder erneut Queen erinnert. (Brian May traucht übrigens bei den Danksagungen im Booklet auf, allerdings deshalb, weil er 2011 bei einem Londoner Konzert mit Justin und Co. jammte.)
"Everybody Have A Good Time" ist so dermaßen banal, dass es fast schon eine Frechheit ist, wie viel Spaß diese sympathische und fast ein wenig melancholische Partyhymne macht. Im urkomischen Video dazu ist ein strippender Bär als Finanzgenie eines Plattenlabels zu sehen, mit dem Justin später eine Affäre hat. Den letzten Satz einfach noch mal wirken lassen, er war genau so gemeint. Mit "She Just A Girl, Eddie" wartet der nächste Kracher. Den hätten Status Quo sicher auch gern geschrieben, aber weder Francis noch Rick kann so singen. Trotz aller kolportierten Drogeneskapaden - Justin Hawkins' Stimme hat nichts abbekommen.
Die Skurrilität des Albums ist sicherlich "Street Spirit (Fade Out)" - genau, ein Radiohead-Cover, und zwar mit Heavy-Metal-Riffs. Bei den Live-Shows von The Darkness ist das ja schon länger im Set. Doch am besten sind die Jungs aus Lowestoft, wenn sie selbst die Melodie verantworten. "Forbidden Love" ist noch so ein Stück, was irgendwie kitschig ist, aber einfach ins Ohr geht. So ein bisschen wie der (heiße) Kuchen: eigentlich zu süß, aber irgendwie lecker.
"Hot Cakes" ist ansonsten aber nicht zu süß. Produzenten-Legende Bob Ezrin war für einige der besten Alben von Kiss, Alice Cooper und Pink Floyd (unter anderem) verantwortlich. Bei "Hot Cakes" setzt er aber nicht auf extravagante und pompöse Megaproduktion, sondern auf erdigen Hardrock-Sound. Das Extravagante und das Pompöse steckt in den Songs.
Zu den Höhepunkten auf "Hot Cakes" gehört übrigens auch "Keep Me Hangin' On". Da singt Justin "Oh you just keep me hangin' on (...) 'Til something better comes along". Aber: Auf diesem Sektor wird nichts Besseres kommen. The Darkness sind ein Unikat. Wie sie hervorragenden melodischen Hardrock mit komischen Elementen garnieren, ohne dabei die musikalische Ernsthaftigkeit zu verlieren, ist einmalig. "Hot Cakes" ist eine triumphale Rückkehr. Welcome back, indeed!
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