Bei Facebook gibt es den Status 'verheiratet', 'in einer Beziehung', 'Single' und 'es ist kompliziert'. Dieser letzte Status passt auf Some Hate Will Last wie die Faust aufs Auge. Mit manchen Stücken von 'The Art Of Resistance' wird man sofort warm und fühlt sich wohl, andere sind einfach abgründig abtörnend – so wie es eben ist in einer komplizierten Beziehung. Zunächst muß natürlich über die Produktion geredet werden, denn diese spaltet mit Sicherheit die Meinungen. Die einen sind froh, modernen Metal endlich mal nicht in völlig überzogenem, überdrehten und überproduzierten Soundgewand zu erleben, andere werden den Sound für schwammig, mies, undifferenziert und breiig halten. Irgendwie orientiert sich der Klang am amerikanischen Death Metal der frühen 90er – was bei dem adäquaten Einsatz von Old School – Gitarren und reichlich vielen, qualitativ sehr hochwertigen Soli schon irgendwie passend ist. Stellenweise wird drauflosgeschrotet wie zu den chaotischen Anfangstagen von Band wie Morbid Angel, als es nur darum ging, möglichst fies zu klingen. Die ultraklassischen Death Metal Growls passen dazu generell eigentlich hervorragend. Der Oldschool-Death Metal wird über sehr breakige Riffs aufgelockert, man kombiniert primitivste Hardcore-Strukturen mit klassischen Heavy Metal- Gitarrensoli, Death Metal Gegrowl und Blastspeed-Attacken. Dazu kommen ziemlich willkürliche progressive Parts mit fast jazzigen Keyboards und akustische Gitarren. Genauso durchgedreht und wild wie sich das anhört klingt auch die Musik. Manche Stücke sind trotz bei At The Gates gestohlener Melodien einfach totale Katastrophen ('Deny their Rules') andere Songs gehen sofort ins Ohr und bleiben dort auch hängen, trotz des ziemlich schnell ziemlich nervtötenden Gegrowls ('Twelve Bullets In The Head') Nicht umsonst ist einer der genialsten Tracks mit 'On Passion, Pain & Deliverance' ein entfernt an die Gitarrenarbeit von Legenden wie Helstar erinnerndes Instrumental – denn die Stimme ist einfach zu gleichförmig, zu monoton, zu unausgegoren. Man kann unglaublich gute Ansätze und virtuose Gitarrenarbeit erkennen, aber auch jede Menge Unzulänglichkeiten im Gesang und im Songwriting. Vielleicht sollte sich das einzige Bandmitglied 'Doc' doch mal überlegen, dass es für bestimmte Dinge besser ist, in einer Gruppe zu arbeiten. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nun einmal nicht, und man kann nicht erwarten, dass ein Mensch Gesang, Gitarre, Leadgitarre, Bass, Schlagzeug und Tasteninstrument gleichermaßen gut beherrscht – und das merkt man bei Some Hate Will Last wie bei kaum einer anderen Band.