Grave gehörten zu den Speerspitzen des Schwedentods der frühen 90er Jahre. Alben wie 'Into the Grave' oder 'You Will Never See...' sind Klassiker des Genres, auch wenn Grave nie ganz den Legendenstatus von Dismember oder Entombed erreicht haben. Grave waren schon immer eine Portion tiefer als der Rest, sowohl was die Stimme als auch was die Gitarren angeht. Als Jörgen Sändström die Band 1995 verlies, ging es mit Grave zwar nicht bergab, aber auch nicht weiter nach oben. Zugute halten muss man der Band aber, dass sie selbst durch die schweren Zeiten des Death Metals zum Ende des Jahrtausends hin einfach immer ihren Stiefel weitergemacht haben. Seit 2002 haben Grave pünktlich alle zwei Jahre neue Alben veröffentlicht, und so folgt auf das 2010er Album 'Burial Ground' aktuell 'Endless Procession Of Souls'. Viel geändert hat sich im Hause Grave nicht. Obwohl mittlerweile der ehemalige Dismember-Bassist Christianson den Bass bedient, ist das Songwriting immer noch dieselben paar Zentimeter hinter den Elchtodkollegen zurück, und neuere Bands wie Entrails haben Grave längst den Rang abgelaufen. Leider ändert sich das auch auf 'Endless Procession Of Souls' nicht. Es wird relativ melodiebefreit drauflos gebollert, es lärmt und kracht an allen Ecken und Enden. Das Album ist nach Vallenfyre-Vorbild extrem crustig produziert, schwammig und ranzig, ziemlich bösartig und für Freunde des derberen Underground sicher geeignet. Man klingt in langsamen Momenten fast nach den ersten beiden Bolt Thrower-Alben und bemüht sich sichtlich, die glorreichen Anfangstage des Death Metals heraufzubeschwören. Leider gelingt das der Band nur bedingt, insbesondere der ausdruckslose und relativ uncharismatische Gesang von Ola Lindgren lässt einen im Geiste Jörgen Sändström beschwören. Kein einziger Song, mal abgesehen von dem mit Überlänge ausgestatteten abschließenden 'Epos', fällt aus dem Rahmen oder bleibt wirklich hängen. 'Perimortem' verfügt über ein schneidendes Riff und 'Disembodied Steps' erreicht tatsächlich die Qualität von frühen Bolt Thrower, aber das war es dann auch schon. Grave sind also immer noch so, wie sie immer waren. Nicht ganz so gut wie der Rest. Wenn man aber zurückblickt muß man feststellen, dass die ersten drei Grave-Alben heutzutage im Genre weitaus besser wären als das, was Grave aktuell anbieten. Sehr schade eigentlich. Besser als die hunderte von sogenannten modernen Death-Metal-Bands sind Grave aber allemal.