Oha, das nennt man mal eine Richtungsänderung. Seit den letzten Tagen von 16 Horsepower und den ersten Woven Hand-Alben gab es von David Eugene Edwards psychedelischen, extrem intensiven, häufig akustischen Folk zu hören, eindringlich, ja geradezu beschwörend in puncto Message und Intensität. Die Optik und die Titel auf 'The Laughing Stalk' sind immer noch unverkennbar Wovenhand, genau wie die sehr religiösen Texte - aber die musikalische Ausrichtung hat sich komplett verändert. Den akustischen Folk gibt es nicht mehr. Auf 'The Laughing Stalk' dominiert lärmender, krachiger, sehr düsterer Rock, der manchmal an eine nicht-elektronische Version der alten 80er Jahre Dark-Wave-Helden von Joy Division über die Sisters Of Mercy bis zu den Fields Of The Nephilim zu 'Moonchild'-Zeiten erinnert. Ein Stücke wie 'As Wool' fräst sich dröhnend und eindringlich in das Gehör, fast schmerzhaft intensiv sind die Stücke dieses Albums. Das ist möglicherweise das Einzige, was sich nicht geändert hat: Die Intensität. Immer noch sind die Stücke von David Eugene Edwards von einer durchdringenden Intensität, einer fast schmerzhaften Eindringlichkeit und dem Bedürfnis sich mitzuteilen – nur fällt diese Mitteilung weitaus zorniger und aggressiver aus als je zuvor. Edwards' Stimme klingt genauso wie früher, wird durch die intensiven, düsteren Gitarren aber plötzlich mit einem klassischem Gothictimbre assoziierbar. Einige wenige Elemente des klassischen okkultem Kraut Rock machen das Ganze noch exklusiver. Ja, auch zutiefst christliche Texte können mit okkulter Musik verfeinert werden! Kein Wunder, dass die Gitarren dieses Album so dominieren, schließlich bedient Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten den zweiten Sechssaiter. Durch Edwards' Gesang geht absolut nichts von der Mystik, der Magie und der Hypnotik verloren, die 16 Horsepower und Wovenhand immer ausgezeichnet haben, und durch Hacke's brutales Gitarrespiel kommt ein Element dazu, das Wovenhand bisher gefehlt hat, und das sich unglaublich gut ins Gesamtbild integriert. Das ist immer noch trotz dieses radikalen Stilwechsels ganz eindeutig Wovenhand was da aus den Boxen dröhnt - und das kann man einfach nur als eine Meisterleistung bezeichnen. Ein fantastisches Album.