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Foals -  Holy Fire     Artist:  Foals
    Album:  Holy Fire
    Label:  Warner
    Release:  08.02.2013
   Medium:  Album
    Genre:  Indie-Rock ausdrucken 
    Autor:  Marcus empfehlen/teilen 
 

Es ist fast auf den Tag genau fünf Jahre her, als ich für eine Band aus Oxford mörderische Strapazen auf mich nahm. Mit einer halsbrecherischen Mitfahrgelegenheit fuhr ich nach München im Bewusstsein, ohne Hotelzimmer oder Couch eines Freundes die Nacht im und um den Hauptbahnhof verbringen zu müssen, um dann mit dem ersten Zug 4 Stunden zurück zu fahren und pünktlich am Praktikumsort zu erscheinen.

Die Band wurde schwer gehyped und spielte damals, im Vergleich zu den Bühnen auf denen sie heute stehen, in einem winzigen Klub, weswegen ich mir das Konzert trotz des Stress nicht entgehen lassen durfte.
Foals hießen sie damals wie heute und bescherten mir einen unvergesslichen Konzertabend, voller Energie und Übermut, voll Krach und Chaos. Es war großartig! Noch Tage später rief ich Freunde an und berichtete ihnen, dass ich wohl die zukünftig beste Band der Welt gesehen hatte. Ich verglich sie gar im Überschwang der Gefühle mit der Verspielt- und Vertracktheit einer anderen Band aus Oxford, den gewissen jungen Musikern von Radiohead...

Fünf Jahre und zwei Foals-Alben ('Antidotes' und 'Total Live Forever') später, halte ich nun den dritten Longplayer in den Händen, 'Holy Fire'. Zwei grandiose Auskopplungen ('Inhaler' und 'My Number') hatten die Fans eher gespalten. Sind das noch die zappelnden Math-Rock-Foals?
Die Spannung vor dem ersten Hören war also groß und die Ernüchterung danach umso größer.

Die Erklärungen dafür sind recht einfach. Zunächst erweckt es den Eindruck, dass gegenüber den beiden großartigen Singles, die restlichen Titel hinterherhinken. Zudem erscheint das Album weder im aufgekratzen Gewand des Debüts 'Antidotes' noch des melodiös-atmosphärischen Nachfolgers 'Total Live Forever'. Stattdessen ist 'Holy Fire' eher der perfekte Mittelpunkt zwischen diesen beiden Werken. Nur braucht es einige Anläufe, um das in vollem Glanz verinnerlichen zu können.

'Holy Fire' ist ein fantastisches Album, dass die Band womöglich auf der Höhe ihrer Schaffenskraft abbildet. Öffnet sich erst der Geist der Platte, gibt es praktisch keinen Ausfall zu verzeichnen. Egal ob das poppige 'Bad Habbit', das wirklich foalseske 'Milk&Black Spiders', das noisebeflissene 'Providence' oder die verletzlich entschwebenden beiden Abschlusssongs 'Stepson' und 'Moon'. Alles passt perfekt zusammen, alles reiht sich nahtlos und perfekt aneinander. Foals haben nochmals einen qualitativen Sprung gemacht und auch wenn es noch nicht ganz zu Radiohead reicht, für eine Band aus Oxford ist 'Holy Fire' dennoch ganz OK.


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