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Placebo -  Loud Like Love     Artist:  Placebo
    Album:  Loud Like Love
    Label:  Vertigo
    Release:  13.09.2013
   Medium:  Album
    Genre:  Alternative ausdrucken 
    Autor:  Valentin empfehlen/teilen 
 

Es ist wieder so weit. Brian Molko steckt fest - in gewissen Umständen; 'stuck inside a circumstance', wie auch schon 1996 auf dem selbstbetitelten Placebo-Erstling, ganz der Panther im Gehege. Lang ist's her, und dass sich die Umstände seither geändert haben, ist evident. Beispielsweise bestand 1996 noch nicht die Gefahr, sein eigenes Leben vor lauter Freunden aus den Augen zu verlieren. Da gab es ja auch noch keine sozialen Netzwerke. Mit berechtigterweise hilflosem Unterton moniert Molko in 'Too Many Friends' die schrittweise Zersetzung der eigenen Persönlichkeit, die unter dem Deckmantel der zwischenmenschlichen Vernetzung an den PCs und Smartphones dieser Welt vor sich geht. Doch ist dies nur ein Umstand unter vielen, aus deren Fängen sich Placebo auf ihrem siebten Studioalbum freizustrampeln suchen.

'Loud Like Love' heißt dieses Album, das so viel schwerer wiegt, so viel mehr Tragik transportiert, als seine muntere Titel-Alliteration den Anschein gibt. Viel weniger geht es um Lärmpegel, viel weniger um die Liebe an sich, als eigentlich um die kräftezehrenden Kämpfe, denen ein Mensch sich um ihrer Willen ausgesetzt sieht. Falls es so etwas wie ein Molko-Album in der Diskographie des internationalen Trios gibt, dann ist es 'Loud Like Love', und das nicht nur, da der sinistre Frontmann dieses Mal unter Verschluss gehaltene Blaupausen aus seinem privaten Fundus beigesteuert hat, sondern auch, weil die mit ihreführend bunten Farbspritzern verzierte Platte tiefer blicken lässt als so manches umjubelte Präzedenz-Album. Zweifellos wird auch der siebte Placebo-Streich ob seines polarisierenden Wesens einem Hagel von überstürzten Komparativen ausgesetzt sein. Warum? Nun, Placebo sind nicht mehr die, die sie vor einem Jahrzehnt waren, allerdings auch weit davon entfernt, sich neu erfunden zu haben.

Nach drei wenig auskunftsfreudigen Stücken Anlauf stellt sich heraus: Die Gabe, profunde Melancholie glaubhaft mit druckvollem Rock-Sound zu vereinen, ist der Band selbstredend geblieben. Der einzigartige Gesang dank Brian Molkos kalter, quecksilbriger Stimme ebenfalls - wenn auch um ein paar Raucherjahre herber. Einen neuen Grad erreicht hat allerdings die Diversität: Synthies, die schon in der B3EP anklangen, hat man - auch in ihrer wohl plattesten Erscheinungsform, dem rhythmischen Klatschen - den charakteristischen Gitarrenausbrüchen jetzt mit erschreckender Selbstverständlichkeit an die Seite gestellt. Doch hat man einmal das erste Befremden überwunden, geht tatsächlich auch rein synthetische Percussion streckenweise voll okay.

Bei gleichbleibend bitterem Nachgeschmack halten sich die sanften bis kitschigen Klänge auf 'Loud Like Love' mit den angriffslustigen Parts das Gleichgewicht - und Drogen und Sex einander an der Hand. Während man im aufgekratzten Live-Knaller in spe, 'Rob The Bank', unter röhrenden Gitarren den Bruch sowohl mit den Strafgesetzen als auch mit sozialethischen Grundsätzen propagiert und weltweite Banküberfälle in wilde Bettgeschichten mit der Mittäterin überleitet, treten unter den eingängigen Piano-Hooks von 'A Million Little Pieces', einem todtraurigen Stück vom Davonlaufen, ganz andere, resignierte Überlegungen zum Vorschein. 'There wasn't much I used to need / A smile would blow a summer breeze / through my heart / Now my mistakes are haunting me / Like Winter came and put a freeze / on my heart', sinniert Molko, sich selbst schizophren aus dem Background beschwörend, über eine etwaige Flucht, verfällt dabei aber zusehends in Apathie. Wenige Minuten zuvor zog er noch im arhythmisch gemurmelten 'Abspann' von 'Hold On To Me' ein vergleichsweise besonnenes Fazit: 'It is a journey into the unknown which shall lead us ever closer to home.' Gemeint ist eine Reise hinaus aus den Sackgassen des eigenen Versagens, das sich schlussendlich in 'Bosco', dem goldenen Schuss dieser Platte, dem lyrischen Ich in einem Anflug von weinerlicher Selbsterkenntnis offenlegt: 'You know I'm grateful, I appreciate / But in fact it's baleful how I suck you dry'.

Adam Noble, der dieses Mal für die Produktion Sorge trug, hat den Gesang nicht selten auffällig in den Vordergrund treten lassen, was die inhaltlich anklingende Verletzlichkeit der zehn Tracks unterstreicht. So wird die provokant-beißende Sehnsucht von 'Exit Wounds' messerscharf, die an sich simple Phrase 'Look me in the eye, say that again' in 'Begin The End' zum dringlichen Dogma.

'Loud Like Love' zeigt, wie brillant sich Placebo noch immer darauf verstehen, Momentaufnahmen menschlichen Scheiterns in musikalisch verlockende Feinstgebilde von glühender Ästhetik zu gießen. Dem Hörer eröffnet sich ein mal bleischwer bedrückendes, mal schwerelos verwirbelndes Album, das zwar nicht frei von Verschnitt ist und hier und dort mit recht trivialen Strukturen für ein wenig Unmut sorgen könnte. Die konkurrenzlose Expertise auf seinem Gebiet bleibt dem routinierten Dreigestirn aber unbenommen.


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Placebo - Loud Like Love
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Artikel:
- Placebo - Verkehrschaos und "das beste Konzert überhaupt"
- Dropkick Murphys - Placebo von der Bühne geblasen

Rezensionen:
- Black Market Music
- Sleeping With Ghosts
- Once More With Feeling: Singles 1996-2004
- Meds
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