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Lana Del Rey -  Ultraviolence     Artist:  Lana Del Rey
    Album:  Ultraviolence
    Label:  Universal / Vertigo
    Release:  13.06.2014
   Medium:  Album
    Genre:  Pop ausdrucken 
    Autor:  Valentin empfehlen/teilen 
 

Es war einmal in London. 'There was me, that is Alex, and my three droogs, that is Pete, Georgie, and Dim, and we sat in the Korova Milkbar trying to make up our rassoodocks what to do with the evening. The Korova milkbar sold milk-plus, milk plus vellocet or synthemesc or drencrom, which is what we were drinking. This would sharpen you up and make you ready for a bit of the old ultra violence.' Der eloquente Beethoven-Verehrer Alex DeLarge, seines Zeichens Tunichtgut und Bandenstrolch im Kubrick-Klassiker 'A Clockwork Orange' von 1971, wusste genau, wie kommende Gewaltexzesse stilgerecht ins Rollen zu bringen waren. Nicht lange nach dem Milchkonsum setzte es erbarmungslose, entwürdigende Akte des soziopathischen Überdrusses.

Rund 5.500 Kilometer weiter westlich zeichnen perfekt manikürierte Mädchenfinger ein abweichendes Bild jenseitiger Gewalt. Wie es sich auch bei Ultraviolett um eine Farbe handelt, die für uns Menschen als solche nicht wahrnehmbar ist, steht Ultraviolence für Gewalttaten, die sich anfühlen wie... die zärtlichen Küsse eines gewissen Jim. 'He used to call me DN / It stood for deadly nightshade / Cause I was filled with poison / But blessed with beauty and rage': Lana Del Rey ist zurück - sofern denn bei ihrer entrückten, apathischen Art von einem 'zurück' überhaupt die Rede sein kann. Farben hat sie keine mitgebracht; ihr zweites Full-Length-Opus ist ein musikalisches Manifest des Film Noir, das seinen Hörer zurück in die 50er Jahre katapuliert. Wer Elizabeth Woolridge Grant ihre von schwülem Dunst umwaberte Kunstfigur bisher nicht abzunehmen vermochte, dem wird auch 'Ultraviolence' hierzu keine Gelegenheit einräumen. Lana Del Reys liebstes Spielzeug ist das Klischee; sie steht für verlaufene Mascara, laszive Verruchtheit, für die hochmütige Glorifikation des makelbehafteten, labilen, valiumdurchsickerten Selbst. Lyrisch neuzeitlich flach und inhaltlich oberflächlich-materiell, aber dafür mit erschreckendem Anmut ausgestattet ziehen subtilst sarkastische Stücke wie 'Fucked My Way Up To The Top' oder 'Money Power Glory' allem billigen Anstrich zum Trotz auch den anspruchsvolleren Hörer in ihren Bann. 'Sad Girl' und 'Pretty When You Cry' beleuchten das Schattendasein einer heimlichen Geliebten: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt - willkommen im Trash-Tränenpalast.

Von den wenigen Modifikationen des Klangbilds ist das höhere Gitarren- und Schlagzeugaufkommen eine der wohl auffälligsten. Wah-Wah-Pedal, Reverb en masse, lässige Surfrock-Anwandlungen - es scheint, als hätte Produzent Dan Auerbach hier ein gewichtiges Wörtchen mitzureden gehabt; die in Teilen überzogenen 'Born To Die'-Streichergeschwülste von vor drei Jahren jedenfalls haben sich zugunsten musikalischer Glaubwürdigkeit zurückgebildet. In ihrem charakteristischen Gesangstimbre hingegen ist sich die Femme Fatale treu geblieben. Noch immer haucht Lana Del Rey verspielt ornamentierte Mätressen-Phräschen aus ihrem chronischen Schmollmund hervor, ab und an gesprenkelt mit ein paar beiläufigen Brocken Spanisch. Es geht um Diamanten, Sex und Dope, um Geld, verschmähte Liebe und Affären. Doch an erster Stelle geht es um eines: Coolness. Die Coolness eines abgotthaften Schwarms, an dem frau sich in 'Shades Of Cool' die Zähne ausbeißt und säuselt: 'But you are unfixable / I can't break through your world / 'Cause you live in shades of cool / Your heart is unbreakable'. Andererseits aber auch die Coolness einerjenigen Federgeschmückten, die das Bandgitarristen-Dasein ihres Lovers nicht weiter beeindruckt. 'Yeah, my boyfriend's pretty cool / But he's not as cool as me / 'Cause I'm a Brooklyn baby / I'm a Brooklyn baby' - blasierte Verse aus einer wie es scheint unfehlbaren Kehle. Der dort unterschwellig angerissene Traum eines Tête-à-Tête mit Lou Reed platzte nichtsdestotrotz im Oktober letzten Jahres mit dessen Tod. Unheimlich - auch eine Facette der 27-Jährigen. Man könnte meinen, Lana Del Rey komponiere Menetekel.

Weitere 4.000 Kilometer westlich existiert die Redensart, die 'West Coast', die erste Singleauskopplung, zum Gegenstand hat. Sie ist der wohl vielseitigste Track des Albums. Ein weiteres Stück Trailerpark-Romanze; kompositorische Großtat die Rhythmus-Parese, wie sie genüsslich den Chorus verschleppt, den schließlich schneidend glatte, sirrende Synthies umschnüren. Ein Gitarrenakkord torkelt verwaschen seine Spur entlang, ein anderer folgt. Das Delay-Pedal steht auf Durchzug; der Liebhaber raucht Parliament. Der Wind auf dem Balkon trägt in wabernden Schwaden den schweren Duft der Versuchung heran.

'With my little red party dress on / Everybody knows that I'm the best, I'm crazy / Get a little bit of bourbon in ya / Get a little bit suburban and go crazy', hebt die selbsternannte Gangster-Nancy Sinatra im Breakup-Hymnus 'Cruel World' an - eine Gebrauchsanweisung? Fest steht: 'Ultraviolence' war der nächste logische Schritt zur lupenreinen Inszenierung. Die Popstar-Prüfung ist abgelegt - magna cum laude.


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