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Smashing Pumpkins -  Adore (Re-Issue)     Artist:  Smashing Pumpkins
    Album:  Adore (Re-Issue)
    Label:  Virgin
    Release:  03.10.2014
   Medium:  Album
    Genre:  Alternative ausdrucken 
    Autor:  Valentin empfehlen/teilen 
 

'I've faced the fathoms in your deep' - Behold! The Night Mare

Im Sommer des Jahres 1998 - der Verfasser dieser Zeilen beging gerade feierlich seine Erstkommunion - präsentieren sich die Smashing Pumpkins als angeknockte Band. Auf den Riesenerfolg der 'Mellon Collie...'-Ära folgte eine Kette von Schicksalsschlägen, die auch die Art und Weise Billy Corgans, Musik zu machen, nicht unbeeinflusst ließen. Das Ende seiner Ehe, der Krebstod seiner Mutter - namentlich 'Martha' - und nicht zuletzt auch der unumgängliche Ausschluss seines schwer drogenabhängigen Freundes Jimmy Chamberlin aus der Band machten aus ihm einen gebrochenen, aber auch introspektiveren Songwriter. Aus der Beklommenheit der Umstände heraus erhob sich das unheilsschwangere 'Adore'. Corgan hatte schwarzen Lidschatten aufgetragen, aber auch seinen Ehrgeiz zurückgewonnen und wollte etwas Unbeschreibliches schaffen. Das ist ihm gelungen: Wer 'Adore' einmal gehört hat, wird nicht mehr derselbe sein - ein Grundsatz, der damals wie heute Gültigkeit besitzt.

Statt sich nach einem anderen Schlagzeuger umzusehen, errichteten die Pumpkins ein unbelebtes, synthetisches Perkussivmahnmal. Eine Art Rhythmusinfusion, die die Stücke eher am Leben und über Wasser hält denn vorantreibt. Allzu verständlich, dass man sich mit einem so frühen und vor allem so drastischen Umbruch den Missmut der Fans auflud. 'Adore' war auch ein Sündenbock - und irgendwie kitschig. Man höre sich nur 'Behold! The Night Mare' an! Fragt sich, wie viele SP-Anhänger heute noch zugeben mögen, mit dem vierten Album ihrer Band auf Kriegsfuß gestanden zu haben.

Die ins Haus stehende Neuauflage des Albums ist nicht zuletzt aufgrund jener Umstände eine der mit Abstand spannendsten, wenn nicht gar die spannendste im vor zwei Jahren angestoßenen Re-Issue-Zyklus. Die Super-Deluxe-Box zelebriert die nunmehr 16 Jahre zurückliegende Veröffentlichung regelrecht und ermöglicht mit ihren sechs CDs, einer Live-DVD und umfangreicher Lektüre zum Album ein noch tieferes Eintauchen in die wohl dunkelste Ära der Bandhistorie, dokumentiert und dekliniert sie doch die Geschicke der Smashing Pumpkins in einem Zeitpunkt der Identitätskrise. Einige Stücke sind gleich mehrfach und in verschiedenen Mixen respektive Verarbeitungsstadien enthalten, was einen zumindest ansatzweisen Eindruck vom Scheibprozess der Band bietet. Darüber hinaus stößt hier auch der geneigteste Sammler auf Unmengen neuen Materials, welches sich neben den zahlreichen Demos hauptsächlich aus sogenannten Outtakes zusammensetzt. Die aber haben an sich nicht viel mit denjenigen, die man aus dem filmischen Bereich kennt, gemein, denn sie sind weder fehlerhaft noch auf irgendeine Art und Weise witzig. Wie etwa das etwas verhuschte 'Let Me Give The World To You' wurden sie schlichtweg nicht Bestandteil des endgültigen Albums und fristeten bislang ein Schattendasein als Trabanten.

Livematerial liegt dem Rundum-Traurig-Paket in Form einer weiteren, gemischten CD wie auch auf DVD als en-bloc-Konzertaufnahme bei. Ihren Auftritt in Atlantas Fox Theater bestreiten D'Arcy Wretzky, James Iha und Billy Corgan als statische Dreierkette am Bühnenrand, während drei lebendige Perkussionisten um Chefrhythmiker Kenny Aronoff ihnen den Rücken freihalten - beziehungsweise -trommeln. Es schien, als habe Billy Corgan das Fehlen Chamberlins mit Überbesetzung vertreiben wollen, so wie man auch die Angst vor der Stille des Alleinseins mit Selbstgesprächen und Pfeifen zu vertreiben sucht. Mit blankrasiertem Kopf, geschminkten Augen und seinen hageren Körper in einen schwarzen Trenchcoat gehüllt befördert der voldemorteske Corgan vergangener Zeiten sein Sofapublikum geradewegs zurück ins Jahr 1998. Das Konzert ist eine Wucht und kratzt auch in seiner aufgezeichneten, abgestandenen Form an den Grenzen des atmosphärisch Erlebbaren.

Das aktualisierte Linernotes-Kapitel schließlich offenbart die Hintergründe und Entstehungsgeschichten einzelner Stücke, und seien sie auch lediglich Anekdötchen: welchem genialen Zufall wir einen monumentalen Über-Song wie 'Blank Page' zu verdanken haben, wie jung oder alt 'Annie-Dog' und 'Shame' bei ihrer Aufnahme waren, welches Stück Mr. Corgan ganz besonders am Herzen liegt - keine Frage zu 'Adore', auf die das äußerlich mit hochwertig anmutenden Blumenornamenten geschmückte Büchlein keine Antwort wüsste.

'Adore' zählt ohne Weiteres zu den schwärzesten, bedrückendsten Alben der Musikgeschichte. Abkopplung - Auflösung - Entkörperlichung lautet die Begriffstrias, mit der Corgan selbst das Album gern in Worte fasst. Beinahe ist es Gothic. Und doch lüftet man den Deckel dieses auf sinisterste Weise prächtigen Boxsets, als seien Weihnachten und Ostern auf denselben Tag gefallen. 'Adore' war schon immer ein Phänomen. Ein zwielichtiges noch dazu. Und als solches wird es die Zeiten überdauern. Jetzt erst recht.


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