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Arkells -  High Noon     Artist:  Arkells
    Album:  High Noon
    Label:  The Organisation
    Release:  08.08.2014
   Medium:  Album
    Genre:  Indie-Rock ausdrucken 
    Autor:  jakob empfehlen/teilen 
 

Eine zweite Chance hat jeder verdient. Gerade im harten Musikgeschäft und besonders, wenn man noch nicht allzu lange dabei ist. Nach ihrem etwas enttäuschenden - weil poplastigen - Zweitlingswerk 'Michigan Left' hat man den Arkells aus Kanada sogar eine neue Möglichkeit gewünscht, sich neu beweisen zu können. Und man muss sagen, dass sie diese Chance tatsächlich beim Schopf gepackt und etwas daraus gemacht haben. Zwar gelingt dem ambitionierten Quintett aus Hamilton, Ontario mit ihrem dritten Album 'High Noon' noch immer nicht der ersehnte Durchbruch in der Indie-Szene. Es lässt sich jedoch besser an als sein Vorgänger.

Verantwortlich dafür mag auch ihr neuer Produzent Tony Hoffer (u.a. Beck, Depeche Mode, The Kooks, Phoenix, 30 Seconds To Mars) sein, in dessen Obhut sich die Arkells wohl gerade zum richtigen Zeitpunkt gestellt haben. Bei der Zusammenarbeit sind mit 'Come To Light', '11:11', 'Dirty Blonde' und 'Leather Jacket' die wohl besten und tanzbarsten Stücke ihrer Karriere entstanden. Beim Rest ist nur die Frage, ob der omnipräsente, unverkennbare 80er/90er-Stil (besonders eindrucksvoll in 'Systematic') aus der Feder Hoffers oder der Band selbst stammt. So oder so ist der aber eher problematisch für eine moderne Band, die an der harten Konkurrenz vorbei an die Spitze des Indie-Genres strebt.

Während Sänger Max Kerman beim letzten Album noch den poppigen Charakter verteidigte, so konstatiert er allerdings nun: 'Verglichen mit unseren früheren Alben sind die neuen Songs textlich ungefilterter, politischer und roher, musikalisch sind sie mutiger und filmischer.' Tatsächlich kann man nur im Opener 'Fake Money' eine politische Botschaft ausmachen, die übrigen Songs werden vom Lieblingskind des Genres vereinnahmt: der Liebe, egal ob glücklich oder nicht. Glück aber für die Arkells, dass sie dabei den glamourhaften Einheitsbrei von 'Michigan Left' zugunsten von einprägsameren Beats und Gitarren-Riffs aufgegeben haben. Wenn sie jetzt auch noch die Klavier-Bridges weniger inflationär einsetzen würden, könnte man bei diesem Indie-Rock kaum noch etwas bekritteln.

Um im Sinne des Albumtitels metaphorisch zu sprechen: Die Sonne ihrer Karriere steht zwar noch lange nicht im Zenit. Aber immerhin sind die jungen Kanadier aufgewacht, haben geackert und gerade die Mittagszeit ('High Noon') hinter sich, sodass noch der ganze Tag vor ihnen liegt. Jetzt dürfen sie nur keine allzu lange Mittagspause machen.


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