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Laut war das Geschrei, als Mika Akerfeldt, seines Zeichens hauptberuflicher Chefgrunzer bei Opeth und immerhin in dieser Funktion auch tätig in den Reihen von Bloodbath, seinen Ausstieg aus letzterer Combo ankündigte, um sich eben wieder vollkommen der ersten Wahl zu widmen. Schließlich hatte sein stimmlicher Beitrag den großartigen 2002er Vorgänger "Ressurrection Through Carnage" wesentlich beeinflusst. Die Frage nach dem Ersatz war allerdings schnell geklärt und der ungern gesehene Ruf der Band, ein bloßes All- Star- Projekt dazustellen, wurde noch forciert. Peter Tägtgren (Hypocrisy) persönlich stellte die immensen Pranken in die nicht minder großen Fußstapfen seines Vorgängers und ließ die Spannung bezüglich eines Zweitwerkes steigen. Aber die Reise nach Jerusalem (auf schwedisch, versteht sich) geht noch weiter. Mr. Multitalent Dan Swanö hat sich hinter der Schießbude weg- und zum Sechsaiter hinbewegt, Platz genommen hat dafür Martin Axenrot (Witchery, Satanic Slaughter).
Der Besetzungstanz an sich ist also schon einen halben Artikel wert, worum geht´s denn nun aber im Kern? Da die Jungs vor zwei Jahren amtlich vorgelegt haben, sind die Maßstäbe hoch, in Anbetracht der massiven Änderungen die Skepsis ebenso. "Cancer Of The Soul" bietet da einen eher mäßigen Einstieg in "Nightmares Made Flesh". Temporeich und technisch versiert zerstückelt dreht das Schwedenkonglomerat mächtig auf, bietet aber zunächst erstmal recht altbackenen Schwedentod.
Darum geht´s doch bei Bloodbath? Wem Kracher wie "Cry My Name" oder "Like Fire" noch im Schädel dröhnen, der erwartet zumindest das "gewisse Etwas", die kreative Umsetzung einer Huldigung an die Neunziger, die dennoch die Moderne nicht vermissen lässt. Mit "Brave New Hell" kommen wir schon eher zur Sache. Martin "Axe" bringt hörbar frischen Wind in die Rhythmusfraktion und erhöht das Tempo nochmal ein Stück, was einen feinen Kontrast zum groovigen wie eingängigen Chorus bietet. Und auch "Outnumbering The Day" oder "Eaten", versehen mit äußerst amüsanten Lyrics über die Lust am gefressen werden, erreichen fast die alte Größe. Fast. Die musikalische Frischzellenkur hat dem Oldschool- Gebräu ein nettes Technik- Plus verschafft. Aber Peter ist nicht Mika. Punkt. Wo auf "Ressurrection Through Carnage" noch die grabestiefen Growls regierten, hat man hier eher durchschnittliches Death- Gegrunze. Zugegeben, Herr Tägtgren macht seine Sache gut, aber seine Stärken liegen einfach im Kreisch- Bereich. Dass er diesem Bedürfnis ebenfalls Luft macht, ist kein Problem, allein für den Vergleich reichts nicht – und der ist unumgänglich.
Ein prima Death Metal Album, bei dem jeder Nostalgiker blind zugreifen darf. Nein: Sollte. Aber irgendwie etwas dünner, etwas ungenialer, vor Allem wahrscheinlich einfach etwas un- überraschender, als noch 2002. Schade.
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